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Kranke zu weinen und bat die Mutter flehentlichst, den Herrn zuihrer Behandlung heranzuziehen. Der inzwischen herbeigerufene Vaterbemühte sich, das weinende Kind zu beruhigen und ihm zu bedeuten,daß ein Referendar von der Medizin keine Kenntniß habe und außerStande sei, Kranke zu behandeln. Doch bei allen Einwendungen desVaters und der Mutter blieb die Kranke bei ihrer Ansicht und wieder-holte! „„Er ist es, durch den ich gesund werde."" Mit jedem Tagewurde das Verlangen der Kranken dringender, und als dieselbe durchkeine Vorstellungen davon abzubringen war, wurde der alte Hausarztmit der Sachlage bekannt gemacht und zu Rathe gezogen; denn die beküm-merten Eltern befürchteten, daß bei ihrem Kinde eine Umnachtung desGeistes eingetreten sein könnte. Nach genauer Beobachtung jedoch erklärteder Arzt, daß der geistige Zustand der Patientin vollständig normalsei, wiewohl dieselbe auch ihm gegenüber entschieden behaupte, daßihre Herstellung nur durch den, der kürzlich zu Besuch gekommen sei,den sie zwar nicht gesehen, aber wohl sprechen gehört habe, erfolgenwürde. Auch bemerkte der Arzt, daß er sich der Hoffnung hingebe,seine Patientin im Laufe der nächsten Zeit von ihrer thörichten An-nahme resp. fixen Idee abzubringen. Diese Hoffnung erfüllte sichindessen nicht, die Kranke blieb vielmehr mit großer Beharrlichkeitihrer festgefaßten Ansicht treu. Endlich, als der Arzt seine Bemühungenals gescheitert ansehen mußte, machte er den Eltern den Vorschlag,mich auf irgend eine Weise heranzuziehen und zu bitten, dem krankenKinde persönlich die Mittheilung zu macheu, daß ich außer Standesei, irgend eine ärztliche Behandlung auszuführen. Der Arzt hoffteauf diese Weise die thörichte Annahme seiner Patientin auf demkürzesten Wege zu beseitigen. Der Vater weigerte sich jedoch, michmit diesem Anliegen zu behelligen, und verschob die Allsführung seinespeinlichen Auftrages von einem Tage zum andern. Schließlich sah ersich aber doch im Interesse seines kranken Kindes gezwungen, michaufzusuchen. Der Superintendent berichtete mir über das Verhaltendes Kindes und den ihm ertheilten Rath des Hausarztes und batmich, persönlich zu erscheinen, um seiner kranken Tochter die Unmög-lichkeit ihres thörichten Verlangens auseinanderzusetzen. Ich erklärte,daß ich gern bereit sei, seinen Wunsch zu erfüllen. Noch an demselben