Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
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Schwanekamp und besetzte das letztere ringsum. Die anführendenSenatoren Huyssen und Hülsmann verlangen unter furchtbarenDrohungen,daß die fürstlichen Schützen bei Feuergeben nicht lebendigherauskommen und in Riemen auseinander geschnitten werden würden",Einlaß, und da ihnen dieser von dem stiftischen Pedell geweigert wird,so ertönt der Befehl auf Stürmung und Einsprengung der Hausthür.Da die letztere aber gut verriegelt und ein Baum von Innen vor-gelegt war, so wollte dies Zerstörungswerk doch nicht so ohne weiteresglücken und die kriegstüchtigen Schützen erbrachen eine Fensterlade,um einsteigen zu können. Zwei sofort eingestiegene Schützen werdenunter Tumult wieder herausgezogen, ein Wachtmeister Körte klettertherein, und nachdem dieser ohne Widerstand Seitens der fürstlichenSoldaten den Baum von der Hausthür entfernt hat, gelingt derwiederholte Sturm, und die Thür ist gesprengt. Gleich darauf drängendie städtischen Schützen unter Anführung der beiden Rathsherrennach, die Zimmerthüren werden geöffnet, mit Wache besetzt, und derstiftischen Miliz werden 11 geladene Flinten, da sie mehrere inWinkeln versteckt gehalten hatte, abgenommen. Die letztere entging nurdurch Fürsprache des Senators Huyssen der von dem Senator Hüls-mann beabsichtigten schmählichen Gefangennahme und konnte ent-waffnet abziehen. Die im Hofraum zurückgebliebene Mannschaftjubelte natürlich laut über den durch die Erstürmung der Hausthürerrungenen Sieg und schaarte sich um einen aufgebotenen, aber zuspät gekommenen fürstlichen Schützen, der in seinem nachherigcn Ver-hör im fürstlichen Landgericht angiebt, daß er Wilhelm Schlnchtmannheiße, in Altendorf wohne, sich vom Handel und der Schneider-profession nähre, und daß er sich bereit erklärt habe, seine Waffe, dieer als scharf geladen bezeichnet, abzugeben. Derselbe wird gefangengenommen und unter Flintcnstößen nach Essen abgeführt, wo er zweiTage in Arrest zugebracht hat. Im Hause selbst wird es auch nichtsehr still hergegangen sein, denn es ist in den Akten zu lesen, daßdie Tags vorher von stiftischer Seite versiegelten Zimmer durch Ein-rennen der Thüren erbrochen sind, und daß, nachdem die städtischenWürdenträger gehörige Ilmschau gehalten, die Mobilien Angesichtsder aufgebahrten Leiche heruntergeschafft und unter militärischer