mit Unterstützung der ihm zu Gebote stehenden Soldaten versuchenwürde. Der vorsässige Richter hatte aus einer Abends zufällig beob-achteten geheimnißvollen Unterredung zwischen Bruns und seinemPedellen Verdacht schöpfen zu müssen geglaubt, daß etwas Außer-ordentliches im Werke sei, und daher noch spät Abends den Regierungs-pedell Blomberg beauftragt, durch den Führer noch 20 oder mehrSchützen aufbieten zu lassen. Mit diesem Befehl versehen, hat dieserdann die auf dem Schwanekamp zurückgebliebene Wache noch um 13verstärkt und ist mit dieser letzteren militärischen Abtheilung nach demSchwanekamp gezogen, wo er die Nacht verblieb. Die Nacht verliefzwar ruhig, aber der Pedell erstattete doch andern Morgens zwischen7—8 Uhr Bericht, wie er schon Abends vorher vom SchützenkorporalRauter selbst gehört habe, daß dieser bei Brüchtenstrafe aufgebotensei, nach dem Schwanekamp eine Exemtion zu verrichten. Ein zweiterBericht bringt schon die Nachricht, daß die städtische Schützenkompaguiebereits Thüren und Fenster auf dem Schwanekamp eingeschlagen unddie vorgefundenen Papiere, Kisten und Kasten auf einer Karre imTriumphzuge nach Essen geschleppt habe. Hätte der StiftspedellBlomberg von der Mobilmachung der städtischen Armee sofort, alsovor dem Aufbruch zum Gute, Bericht gegeben, so würde nach demSchlußbericht des Richters Biesten die Entreprise der städtischenSchützenkompagnie wohl schwerlich gelungen sein, allein bei zu späterhaltener Nachricht habe es nicht mehr in seiner Macht gelegen,Gegenanstalten zu treffen.
Der Magistrat, welchem sein Anschlag auf die Jurisdiction überden Schwanekamp oder mit anderen Worten auf die Heranziehungdessen Bewohner zu den städtischen Lasten durch das beschriebeneEinschreiten des fürstlichen Landgerichts zunächst vereitelt war, ließnoch spät Abends seine Schützenkompagnie und zwar von jeder der10 Fahnen je 10 Bürger mit Ober- und Untergewehr aufbieten, unddiese zogen unter Führung ihrer Offiziere schon Morgens früh gegen7 Uhr unter Trommelschlag nach dem sogenannten Kalkhof, um sichdort militärisch zu formiren. Darauf ging's weiter und nachdem vorder Hecke des Gutes ein kurzer Halt gemacht und die Gewehre ge-laden waren, betrat der städtische Zug den Hofplatz des Hauses