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decken mußte,") Nicht zu leugnen ist, daß außerdem schlechte Ernten,Überschwemmungen und andere ungünstige Conjunkturen mitgewirkthaben, seine Lage zu verschlimmern. Schon nach zweijährigem Besitztraten für Rudolf Kalamitäten ein, die es ihm unmöglich machten,Kunegehlen länger zu halten. Zu schnell vollzog sich das Verhängnis;.— Kunegehlen kam zur Subhastation und ging in andere Händeüber. Den Verlust dieser seiner Besitzung konnte Rudolf um soweniger überwinden, als hierdurch auch die Hoffnung vernichtetwurde, seine verlobte Braut"") als Gattin heimzuführen. Überwältigtund niedergedrückt von dem größtentheils durch eigenes Verschuldenherbeigeführten traurigen Ausgange, erkrankte er. Bald nach seinerAufnahme im elterlichen Hause zu Suukeln stellten sich bei ihmSymptome eines nicht normalen Seelenzustandes ein, die von Tagzu Tag zunahmen und schließlich mit der vollständigen Umnachtungseines Geistes endete. Die unermeßliche Liebe der Mutter vermochtees nicht, den unglücklichen Sohn in eine Irrenanstalt bringen zulassen. Der Liebling blieb im Vaterhause, und die hochbetagtenEltern im Vereine mit Tante Jeannette übernahmen unter Beihilfe vonzwei Wärtern die Pflege, Wartung und Überwachung des Unglück-lichen. Mit aufopfernder Hingebung und unter entsetzlicher Aufregungund Angst erduldeten die armen Eltern 6 Monate lang eine nicht zubeschreibende Qual, bis endlich der langersehnte Tod die Erlösungbrachte. Rudolf verschied nach hartem Todeskampfe in der Nachtzum 13. März 1872. Auf dem Familienkirchhofe zu Dombrowkenhält der von härtestem Geschick Heimgesuchte seinen ewigen Schlaf.Der Verstorbene, dessen tragisches Loos vielen Kummer verursachthat, begabt mit vielen geistigen und körperlichen Anlagen, besaß einwahrhaft gutes, edles Herz und eine ganz besondere Anhänglichkeitund Liebe für seine nächsten Anverwandten.
*) Seinen: intimen Freunde Grafen B. hatte er ein Accept über 1000 Thalergegeben, das nicht honorirt wurde. Der Wechsel wurde auch nicht von den Ange-hörigen des inzwischen verstorbenen Grafen B. eingelöst, und so mußte Rudolf dieSumme zahlen.
"*) Rudolß hatte sich mit einem Fräulein Louise Crüger, Enkeltochter derSchwester seines Großvaters Kalau vom Hofe, verlobt.