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„Gefahr im Verzuge, eile sobald als möglich nach Hotelde France! Rudolf."
Auf Grund dieses Telegrammes begab sich Verfasser sofort nachBerlin und fand Rudolf in vollständiger Verzweiflung und in einerGemüthserregung, die einen höchst unheimlichen Eindruck machte.Mit tiefempfundener Reue gestand er feine leichtfertige Handlungs-weise und berichtete von dem Verhängniß, das ihn in Wiesbadenereilt hatte. Von allen Mitteln entblößt bat er um Beistand, umseine Verbindlichkeiten erfüllen, die Hotelrechnung bezahlen und dieRückreise nach Hause antreten zu können. Zuvörderst erhielt Rudolfvom Verfasser den Rest des zu zahlenden Kaufgeldes für den Voll-blut-Wallach und außerdem ein Darlehen von 250 Thalern, das erauch rechtzeitig zurückgezahlt hat. Bei seiner Rückkehr verschwiegRudolf mit Rücksicht auf die tiefbekümmerten Eltern den traurigenAusgang seiner Erlebnisse in Wiesbaden und sorgte für die theilweiseDeckung des ihm vom Vater gegebenen Vorschusses. Erst nach Ver-lauf einiger Wochen erfuhr dieser den wahren Sachverhalt, die leicht-sinnige Handlungsweise seines Sohnes, die er ihm vergeben, abernie vergessen hat. Seit seiner Rückkehr lebte Rudolf sehr still undhäuslich, fand keinen Genuß mehr an dem Renn- und Jagd-Sportund beschäftigte sich nur in der Wirtschaft. Auch sein Frohsinn undseine Heiterkeit waren dahin, und es blieb seiner Umgebung nicht ver-borgen, daß seine Gemüthsstimmung sich immer mehr und mehr zumTrübsinn hinneigte. In dieser Verfassung verlebte Rudolf seine Tageim Elternhause zu Kunegehlen, immer noch der Liebling seiner Mutterund der alten Tante, welche Beide dafür sorgten, daß ihm endlichKunegehlen als Eigenthum gerichtlich verschrieben wurde. Der Vatersah sich hierzu um so mehr veranlaßt, als sein hohes Alter ihmnicht mehr gestattete, die Wirthschaft über Sunkeln und Kunegehlenzu führen. Rudolf übernahm das erwähnte Gut nach jeder Richtunghin im besten Zustande; dennoch konnte er aus den Erträgen desselbennicht alle seine Bedürfnisse befriedigen. Er gcrieth in eine verschuldeteLage, die um so peinlicher für ihn wurde, als er neben den gewöhn-lichen Ausgaben eine nicht unbedeutende Summe für einen Freund