Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
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sich nach Stuttgart, wo er sämmtliche Pferde mit Ausnahme einesVollblut-Wallachs, den er für den Verfasser reservirt hatte, vortheilhaftverkaufte. Von Stuttgart kehrte Rudolf frohen Sinnes nach Frank-furt a, M. zurück, und Onkel Franz erstand von ihm das letzte Pferd,den erwähnten Vollblut-Wallachs) für den Verfasser. Rudolf wohntewährend seines Aufenthaltes in Frankfurt a. M. bei seinem Onkelund erfreute sich sowohl von diesem wie von seiner Tante Julieder freundlichsten und wohlwollendsten Aufnahme. Bevor Rudolfnach Stuttgart ging, besuchte er von Frankfurt aus das in derNähe gelegene Bad Homburg, ging dort in das Kurhaus undbetheiligte sich an der Spielbank. Zu seinem größten Unglück ge-wann er am lrenls-el-ciuaranto-Tische mehrere tausend Gulden."")Zum Onkel Franz zurückgekehrt, wurde er von demselben auf dieGefahren des Spieles aufmerksam gemacht und zur Abgabe desVersprechens genöthigt, sich nicht mehr am Spiel an der öffentlichenBank zu betheiligen. Nach seiner Rückkehr von Stuttgart sollteRudolf auf Veranlassung des Onkels den ganzen Erlös für die ver-kauften Pferde sofort per Post an seinen Vater einschicken. Die be-treffende Summe wurde auch von ihm in dieser Absicht couvcrtirt undversiegelt, und Tante Julie händigte ihm auch auf Verlangen seinenGewinn aus. Inzwischen fuhr Rudolf, schon vom Spielteufel be-sessen, nach Wiesbaden, um sich auch da an der Spielbank zu be-theiligen. Vom Glücke verlassen, verlor er in wenigen Stunden nichtallein seinen ersten Gewinn, sondern auch den ganzen Erlös, den erdurch den Verkauf der Pferde erzielt hatte. Mit schwerbelastetemGewissen kehrte er zuin Onkel zurück, gestand mit größtem Seelen-schmerz, was er verschuldet hatte und schickte sich au, nach Hause zureisen. In Berlin angelangt, sandte er nachstehendes Telegramm anden Verfasser!

") Ein Pferd mit starkem festem Rücken, das erst nach mehrstündiger Arbeitnachgiebig wurde, mit starken Ganaschen, welche die Dressur sehr erschwerten, mitlangem Halse, der die feinste Führung erforderte, dabei ungehorsam, zuweilensogar tückisch, aber von einer fabelhaften Ausdauer. Drei Jahre hat Verfasser dasThier ini Besitz gehabt und vor der Front geritten.

Nach seiner Angabe 6000 Gulden.