Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
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kenner und hatte sehr gute und sehr schöne Pferde in seinein Stalle.Sein Ein- und Verkauf von Pferden war stets von besonderem Er-folg und Vortheil begleitet. Es wird unter diesen Umständen nichtin Abrede zu stellen sein, daß Rudolf bei Ausübung seiner Passionenauch genöthigt war, bedeutende Ausgaben zu machen. DerartigeVergnügungen kosten Geld, unter Umständen mehr als man hat.Auf den Rennbahnen und in den Jagdrevieren lernte er viele jungeOffiziere und andere Männer kennen, mit denen er in freundschaft-liche Beziehungen trat, durch welche er häufig abgehalten wurde,seiner Berufsthätigkeit in erforderlicher Weise nachzukommen.

Vermöge seiner Liebenswürdigkeit war er überall ein gernge-sehener Gast. Zu Hause hatte Rudolf seinen eigenen Willen. DerVater gönnte ihm jedes Vergnügen und verzichtete dann auf seineUnterstützung in der Wirthschaft. Unter solchen angenehmen Ver-hältnissen und Zerstreuungen verlebte Rudolf mehrere Jahre imelterlichen Hause. Im Jahre 1864 unternahm er eine Reise nachSüddeutschland mit der Absicht, längere Zeit am Rhein und in Frank-furt a. M., woselbst sich sein Onkel Franz befand, zu verleben.Um ans derselben das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden,nahm er einen Transport Luxuspferde mit, um sie theils in Berlin,theils am Rhein zu verkaufen. Nachdem Rudolf in Berlin an-gekommen, erhielt Verfasser von ihm nachfolgendes Telegramm!

Rittmeister v. Hofe,

Fürstenwalde.

Mit Pferden eingetroffen, gehe nach Frankfurt a. M.

Komme sofort hierher, besichtige und wähle, was Dir gefällt.

Wohne im Hotel de France.

Rudolf."

Wegen der Tags darauf stattfindenden Regimentsbesichtigungkonnte Verfasser der telegraphischen Aufforderung seines Neffen nichtnachkommen.

Während seines kurzen Aufenthaltes in Berlin verkaufte Rudolfbereits 3 Pferde für einen enorm hohen Preis; die anderen 7 Pferdeschickte er per Bahn nach Frankfurt a. M., woselbst es ihm auchglückte, 2 Pferde preiswürdig zu veräußern. Mit dem Rest begab er