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häufig an Unwürdige verschwendete, und wofür sie zuweilen großenUndank erntete, erscheint sie als eine Frau, die im Denken und imHandeln sich nur von den Eingebungen ihres guten Herzens leiten ließ.
In seiner Ehe hatte Engelbert 4 Kinder, von denen ein Knabein jugendlichem Alter verstarb. Die Liebe Engelberts und Idas zuihren Kindern, für deren Erziehung und Ausbildung nach besten Kräf-ten gesorgt wurde, war eine sehr zärtliche und, wie nicht zu leugnen,in vielen Fällen eine zu nachsichtsvolle. Namentlich Engelbert ver-wöhnte bei seiner großen Milde und Herzensgüte seine Kinder, über-sah manche Ungehörigkeit und ließ sich nur selten herbei, einen Tadelgegen dieselben auszusprechen. Von einer anderen Strafe war beiihm nie die Rede. Im Uebrigen lebte Engelbert mit seiner Familiesehr einfach und eingezogen, er machte keine großen Ansprüche; dereinzige Genuß, den er sich gewährte, bestand darin, daß er fast jedenAbend in der Ressource im Kreise seiner nächsten Freunde und Be-kannten einige Stunden verbrachte. Er war dort ein gern gesehenerund beliebter Gast.
Seine dienstlichen Angelegenheiten erfüllte Engelbert mit großerGewissenhaftigkeit. Die Ausübung seiner amtlichen Thätigkeit siel ihmjedoch in den letzten Jahren schon recht schwer und legte den Keimzu einem längeren Siechthum. Bereits im Winter 1886 traten An-zeichen einer gewissen geistigen und körperlichen Abspannung, verbun-den mit einem Halsleiden und asthmatischen Beschwerden aus, die ihnveranlaßten, vom Dienste fern zu bleiben und sich krank zu melden.Nach Verlauf mehrerer Wochen fühlte er sich soweit hergestellt, daßer seine Berufspflichten wieder erfüllen konnte. Zum Frühjahr erhielter behufs Herstellung seiner Gesundheit einen mehrwöchigen Urlaubnach Ems und Wiesbaden. Nach Beendigung der Kur kehrte er, ohneBesserung seines Leidens gefunden zu haben, in sehr gedrückter Stim-mung zu seiner Familie zurück. Obgleich leidend, nahm er dennochseine amtliche Thätigkeit wieder auf, die er jedoch nur bis Ende Fe-bruar 1888 fortzusetzen im Stande war. In einem unter dem 24. Fe-bruar an den Verfasser gerichteten Briefe") giebt er nähere Kunde von
'ü Es ist der letzte Brief, den Verfasser von seinem geliebten Bruder er-halten hat.