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seiner Krankheit und seiner niedergedrückten Gemüthsstimmnng, Diebezügliche Stelle in dem erwähnten Briefe lautet'
„Von Beginn des Winters an recht leidend, suchte ich dennochmeinen Dienst auf der Regierung zu versehen. Seit einigen Tagenhat sich mein Gesundheitszustand verschlimmert. Augenblicklich leideich an Magen- und Darm-Katarrh; auch ist der Appetit gänzlich ge-schwunden, und der Tabak schmeckt nicht mehr. Ich magere mit jedemTage immer mehr und mehr ab und hänge jetzt schon in den Kleidern.Nach ärztlicher Verordnung soll ich von jetzt ab das Zimmer hütenund den Geschäften auf der Regierung fern bleiben. Hoffnungslosscheint mir das Leben! Jeder Frohsinn ist dahin!!!"
Schon einige Wochen nachher nahm die Krankheit einen für dasLeben drohenden Charakter an und verschlimmerte sich von Tag zuTag. Die Kunst der Aerzte versagte, jegliche Pflege erwies sich alserfolglos. In den letzten Wochen seiner Krankheit war SchwesterAuguste zu seiner besonderen Pflege und Wartung von Schwentaincnherbeigeeilt. Endlich am 23. April 1888, Abends 8H Uhr, wurde ernach einem sehr langen Todeskampfe von seinen namenlosen Leidendurch einen sanften Tod erlöst. — Sein einziger Sohn Curt, damalsOber-Sekundaner, schreibt unter dem 25. April 1888 über die letztenAugenblicke seines Vaters, wie folgt:
„Unser armer geliebter Vater hat schwer leiden müssen, besondersin der letzten Zeit, wo die Athemnoth sich bis zur Unerträglichkeitsteigerte. Seine kräftige Natur sträubte sich gegen den Tod und derKampf war furchtbar. Zwei volle Tage und eine Nacht währte derTodeskampf. — Montag Abend 8U Uhr entschlief er sanft. Bis zumletzten Augenblicke hatte er sein volles Bewußtsein. Er hat liebevollund feierlich von uns Allen Abschied genommen und uns seinen Segenhinterlassen. In Liebe hat er auch an seine in der Ferne weilendenBrüder gedacht und ihnen seine Grüße gesendet."
Der Verstorbene gehörte zu den wenigen Menschen, von denenman sagen kann, sie hatten keinen Feind. Ihm galt als Lebens-grundsatz, die Menschen zu nehmen, wie sie sind, nicht wie sie seinsollen. Ehrenhaft in seinen Gesinnungen, harmlos in des Sinneswahrer Bedeutung, liebenswürdig und nur allzu vertrauensselig gegen