Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
51
Einzelbild herunterladen
 

51

Vater auf eine höhere Lehranstalt nach Königsberg <0!oIlsginin li'ricksri-cinnnin). Hier entwickelte er sich geistig in so auffallender Weise, daßer vor vollendetem 15. Lebensjahre die Universität beziehen konnte.Am 27. Mai 1704 wurde er auf der Albertina zu Königsberg alsStudiosus der Theologie immatrikulirt.^)

Aus Frömmigkeit führte er den Adel nicht, sondern nanntesich nach damaliger Sitte Calovius, vielleicht auch in der eitlenVoraussetzung, ein würdiger Nachfolger seines Urgroßonkels AbrahamCalovius zu werden. Wenn in den Familiennachrichten von ErnstLudwig angegeben ist, daß Fabian in Folge der traurigen Familien-ereignisse zur Zeit der Pest, in welcher er den Tod seines Vaters und4 seiner Geschwister zu beklagen hatte, sich einer religiösen Schwärmereiergeben habe und zu dem Entschluß gekommen sei, ein Geistlicher zuwerden, so ist diese Angabe nicht richtig. Fabian hatte 1710, als derVater an der Pest starb, bereits seine theologischen Studien beendetund befand sich damals als Kandidat der Theologie in Königsberg.Nicht jenes traurige Familienereigniß, sondern die fromme gottessürch-tige Mutter ist die Veranlassung gewesen, daß ihr ältester Sohn sichdem geistlichen Stande geweiht hat. Als Tochter eines Predigers hieltsie den Stand ihres verstorbenen Vaters über alles erhaben. Hiernachist es auch erklärlich, daß sie die Neigung für den geistlichen Standin ihrem Sohne frühzeitig zu erwecken gesucht hat. Ohne die Ein-wirkung der frommen Mutter hätte vielleicht der erst 15jährige Knabeeinen anderen Beruf erwählt, der ihm möglicherweise besser gefallenhaben würde, als das Amt eines Geistlichen.

Nachdem Fabian sich 6 Jahre dem eifrigsten Studium der Theo-logie und Philosophie gewidmet hatte, wurde er 1710 nachvorzüglich"bestandener Prüfung unter die Kandidaten aufgenommen.^) Doch seineGesundheit hatte derart gelitten, daß er außer Stande war, irgend eineamtliche Stellung anzunehmen. Er war vielmehr genöthigt, sich zuseiner Wiederherstellung nach dem südlichen Deutschland zu begeben.Nach Jahresfrist kehrte er von dort in das Hans seiner Mutter zurückund erlangte durch die sorgsame mütterliche Pflege seine vollständige

") Hadianus Lalovius LolrvvirAalsusis 1704. Matrikel der Albertina.

Nach den Aufzeichnungen seines Sohnes Bernhard.

II. 4"