Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
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mit Erfolg ausüben konnte. Aus Mangel an arbeitenden Kräften*)konnte an und für sich der ausgedehnte Landbesitz nicht bestellt werden-

Große und viele Flächen blieben unbebaut liegen, und die Ernte-erträge befriedigten kaum die notwendigsten Bedürfnisse; an die Ver-werthung eines Ueberschusses war nicht zu denken mit einem Wort:die Einnahme reduzirte sich auf Null. Unter solchen schlimmen Ver-hältnissen mußte es noch als eine günstige Fügung des Himmels an-gesehen werden, daß Dorothea in die Lage versetzt worden war,Schwirgallen und Tuczcn, freilich für einen wahren Spottpreis, an denMann zu bringen. In ihrem Besitz verblieb nur Gentkutkampen undPötschkehmen. Erstere Besitzung hatte sie nach ihres Mannes Tode zuihrem Wohnsitze gewählt und Pötschkehmen erhielt später ihr SohnAdam Friedrich.

Die letzten Lebensjahre der vom Schicksal hart betroffenen Frauwurden durch ihre beiden gut gerathenen Söhne, von denen der älteste,ihrem einzigen und innigsten Wunsche gemäß, den geistlichen Stand,der jüngere die Landwirthschaft zu seinem Beruf erwählt hatte, erheitert.Neben dieser Freude fand sie den größten Trost in der Religion, dersie init reinen: Herzen bis zu ihrem letzten Lebenshauche ergeben ge-blieben ist. Selbst in hohem Alter versäumte sie nie, dem Gottesdienstebeizuwohnen.**) Trotz der vielen Schicksalsschläge wurde sie 72 Jahrealt. Sie starb in Gentkutkampen und fand ihre Ruhestätte auf demFriedhofe zu Kattenau.

I. Nachkommenschaft des Gutsbesitzers Fabian Ludwig

und der Dorothea Vlubm.

XII. Generation.

1) Fabian, geboren am 1. Juli 1689, zeigte schon von früherJugend an eine besondere geistige Begabung. Nachdem er seine ersteVorbildung durch einen Hauslehrer erhalten hatte, brachte ihn der

*) Die Pest hatte namentlich die arbeitende Klasse am meisten gelichtet.

*") Ein von ihrer Hand gestickter Kollektenbeutel mit ihrem Namen undeine Altardecke befanden sich noch vor mehreren Jahren in der Kirche zu Kattenau.