Was die Wittwe Abrahams betrifft, so bekunden die Familien-nachrichten, daß sie ihren Gatten nur 6 Jahre überlebt hat und imOktober 1684 verstorben ist.
2) Fabian, der zweite Sohn des Ahnherrn, wurde geboren am15. Januar 1635. Auch seine Erziehung und Ausbildung wurde mitbesonderer Sorgfalt und unter Aufwendung großer Kosten geleitet.Seine geistige Befähigung gestattete ihm, sich nach vollendetem sieb-zehnten Lebensjahre den akademischen Studien zu widmen. Anfangsstudirte er Philosophie, später Cameralia in Warschau. Nach seinerHabilitirung schickte ihn der Vater zu einem längeren Aufenthalt nachHolland und Frankreich, ein zu damaliger Zeit gewiß seltenes undkostspieliges Unternehmen; aber der sorgsame Vater kannte aus eigenerErfahrung die großen Vorzüge, welche die Kenntniß der Sitten, Ge-bräuche und Sprache fremder Völker gewährten, und scheute deshalbauch keine Kosten, diesen Vorzug seinen Söhnen zu Theil werden zulassen. Nach der Heimath zurückgekehrt, erhielt Fabian eine An-stellung in der Kurfürstlichen Kammer. Zuletzt bekleidete er das Amteines Obersecretairs. Während der von Kalckstein'schen Affaire wurdeer nach Warschau gesandt, und nach der Flucht des brandenburgischenGesandten von Brandt vertrat er auf kurze Zeit an dessen Statt dieInteressen seines LandesfürstenF)
Alis dem Leben Fabian's des Jüngeren'^) liegen zu wenig ein-zelne Züge vor, als daß man ausführlich über seinen Charakterurtheilen könnte. Doch geht aus allem hervor, daß er ein besonnener,pflichttreuer Beamter und ein passionirter Landwirth war. Von heitererund witziger Natur, liebte er die Pracht, schöne Feste, heitere Gesell-schaften, und verstand es, durch Frohsinn die Herzen derer zu ge-winnen, welche ihm nahe kamen. Die Familiensage, daß er alsgroßer Verehrer des Bacchus an einem seiner Geburtstage von seinenintimen Freunden mit einem großen Oelgemälde, auf welchem er alsBacchus, auf einem Weinfasse reitend, dargestellt gewesen sein soll,überrascht worden sei, läßt Verfasser unerörtert. Ein solches Gemälde
-) Familiennachrichten.
Sein Vater wird im Diplom ..Der Aeltere" genannt.