Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
12
Einzelbild herunterladen
 

12

Eine bestimmte Richtung erhielt sein geistiges Leben, als SimonDach einen Dichterbund stiftete und er nach dem Tode desselben-)das Haupt dieses Bundes wurde. Nur die Mußestunden, welche seinedienstliche und amtliche Stellung ihm übrig ließ, widniete er fort undfort seinen dichterischen Bestrebungen, und zwar dichtete er hauptsächlichin lateinischer Sprache. Leider sind seine poetischen Erzeugnisse nichtgesammelt und zum Drucke gekommen. Nur vereinzelt sind einigeseiner Dichtungen in der Wallenrodt'schen Bibliothek und in denHänden seiner Nachkommen zu finden.^)

Für seinen Dichtergenius mag der unten folgende Nachruf Zeug-niß ablegen, den Professor Korlingen ihm gewidmet, und worin esu. A. heißt!

Und hier, seit Dach verstorben ist,

Der Dichter Haupt geworden bist."

Fabian lebte zwar in der Zeitperiode der pedantischen, gelehrtenVerstandesdichter mit ihrer Nüchternheit und Gemüthsarmuth; abergerade seine Dichtungen verrathen ein tiefes, reichbegabtes, gemüth-volles, heiteres und launiges Talent. Ein tief empfindendes Gemüthverräth der lateinische Nachruf,^) den Fabian selbst, in wehmüthigsterStimmung, aber gefaßt und Gott ergeben, seinem ältesten Sohne, der4 Monate vor ihm starb, geweiht hat. In diesem Nachrufe betrachteter in frommer Weise das herbe Geschick der Sterblichen, das er selbst,wider alle Ordnung der Natur, so oft erfahren, da er nun den Verlustbereits des sechsten Sohnes zu beklagen habe. Bezeichnend für seineSeelenstimmung ist der in jenem Nachrufe enthaltene fragende Ausruf:

Dristis et srwrvis guo uou supsraucku vaorarerIpsa rnocko tütis proxüuuL ipse parsns?"

Bekümmert und kraftlos, wie hätte ich UnvermeidlichesVerzögern können, ich, der Vater, selbst dem Schicksal am

nächsten verfallen?"

Simon Dach starb am 15. April 165S.

Besonders hervorzuheben ist das Hochzeitsgedicht in lateinischer Sprachefür seine Tochter Anna Catharina, die sich mit Anton Ditloff v. Schlieffen,Erbherrn auf Sulkow in Pommern, vermählte. Wallcnrodt'sche Bibliothek.

«««) S. Seite 25.