Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
8
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Das Ungewöhnliche dieses Ereignisses beruhte darin, daß der Kur-fürst durch dasselbe einerseits dem Kaiser seine Unabhängigkeit in Be-zug auf Standeserhebungen, die bisher nur diesem als Reichsober-haupt zustanden, kundgab und zugleich andererseits den preußischenStänden bedeutete, daß er treue Anhänglichkeit und nützliche Dienste,die ihm und seinem Hause in einer wirren Zeit erwiesen worden waren,anzuerkennen und landesväterlich zu belohnen wisse.

Neben der Standeserhebung liegt in dem verliehenen Beinamenv. Hofe ein um so höherer Werth, als er die Erinnerung an einentreuen Diener des kurfürstlichen Hauses in sich schließt.

In dem ertheilten Adelsbriefe bekundet der Kurfürst die Zu-neigung und Gewogenheit, die er für Fabian Kakau empfunden habe.Er rühmt an ihm sein ehrliches Verhalten, seine Tugend, Vernunft,Geschicklichkeit und seinen Verstand. Er anerkennt die nützlichen, ge-treuen, langwährigen Dienste, welche Fabian Kalau ihm und dem Kur-hause Brandenburg geleistet habe, und bekundet, daß derselbe unver-drossen auch außer seinen gewöhnlichen Funktionen in verschiedenenLegationen und Kriegsexpeditionenbey verwichenen schwerenLeuffen" sich bewährt habe.^)

Auffallend kann es nicht sein, daß der große Kurfürst bei seinerHuldigung l663 im Herzogthum Preußen nur diese einzige Standes-erhebung und Belohnung erfolgen ließ. Das Verhalten des weisen,thatkräftigen Fürsten ist lediglich in dem Benehmen des preußischenAdels und der Landstände begründet. Nur wenige seiner Unterthanenim Herzogthum Preußen waren dem Kurfürsten so treu ergeben, wieFabian Kalau,der sich in der That als Förderer der Lösung derpolnischen Hoheitsrechte verdient gemacht hatte.

IS. Oktober 1663, sondern am 7. Mai desselben Jahres geadelt. Schließlich istnoch zu bemerken, daß auch dasDeutsche Tageblatt" zu Anfang dieses Jahreseine ähnliche falsche Angabe über die erste Standeserhebung deS Gr. Kurfürstengebracht hat, die indes; auf Veranlassung des Verfassers richtig gestellt wurde.

'") Siehe Wortlaut des Diploms S..

Die gewöhnlich herrschende Ansicht, daß die Kalau vom Hofe ein neuesadliges Geschlecht wären, dürfte durch die Ausführungen im l. Theil, Seite 4widerlegt sein. Abgesehen davon, würde aber diese Annahme der alten Familiekeinen gar zu großen Nachthcil verursachen. Ein alter Adel hat wohl in der Welt