Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
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Was das Privatleben unseres Ahnherrn angeht, so bekunden dieFamiliennachrichten, daß er sich 1632 mit Elisabeth, Tochter desConsuls Melich,*) verheirathet und mit derselben 45 Jahre in glück-licher Ehe gelebt hat.

Elisabeth, am 13. März 1609 auf einem Landsitze bei Warschaugeboren, war eine kluge, gottesfürchtige Frau, begabt mit dem feinstenVerständniß für das geistvolle Wesen ihres Lebensgefährten. Intreuer Liebe zu ihrem Gatten und unermüdlicher Sorge für dieErziehung ihrer Kinder erblickte sie ihre Lebensaufgabe.

Als einziges Kind eines reichen Mannes brachte sie in ihre Eheein nicht unbedeutendes Vermögen, welches Seitens des Ehegatten ge-wissenhaft verwaltet und durch weise Sparsamkeit vermehrt wurde.

Aus seiner Ehe erwuchsen dem Ahnherrn acht Söhne und eineTochter; von diesen neun Kindern überlebten ihn nur zwei Söhne unddie Tochter. Mit besonderer Sorgfalt überwachte er deren Erziehung;er sorgte mit Eifer für ihre wissenschaftliche Bildung und scheute indieser Hinsicht keine Kosten. Selbst von höchster Stelle werden dieübermenschliche Sorgfalt und die schweren Kosten, die er für die Er-ziehung seiner Söhne verwendet hat, um sie für den Staatsdienstcapabel und qualificirt" zu machen, rühmlichst erwähnt.^)

Von den acht Söhnen starben drei in jugendlichem Alter; dieanderen fünf waren, dem Willen des Vaters gemäß, bemüht, sich zu-vörderst eine gediegene wissenschaftliche Bildung anzueignen. Denn ohneakademische Bildung sah der sorgsame Vater die Zukunft seiner Söhnenicht gesichert. Diese, Namens Abraham, Fabian, Georg, Daniel

gewisse Vorzüge, aber ohne Tugend und Verdienste verliert er seinen Werth.Jedenfalls könnte selbst der Neid unserm Ahnherrn dos Zeugnis; nicht versagen,daß er seinen Adel durch seinen Verstand, seine ausgezeichneten Verdienste alstreuer Staatsdicner in schwieriger Situation sich erworben hat.

'") In den Fnmiliennachrichten ist der Name Mehlin und nicht Melichinangeführt. Das Monument und der Leichenstein in der Arnaucr Kirche trägtaber die InschriftMelichin". Der Ursprung dieser Familie hat nicht festgestelltWerdeis können. Das Wappen, dargestellt ans dem Leichenstein und an der Thüredes Kirchenchores zu Arnau, ist: Im rothen Schild ein mit 5 Speichen versehenesgoldenes Rad. Helmzicr: geschlossener Flug, belegt mit einem blauen Balken,darinnen 3 goldeile Sterne. Helmdeckc blau und gold.

Siehe Diplom Seite 19.