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träge über deutsche Rcchtsgeschichtc, Hierauf studirtc er 2 Jahreiu Halle. Nach sciuer Studienzeit arbeitete er als Referendar beimOberlaudesgcricht zu Stettin, erhielt im Jahre 1826 eine Anstellungals Stadtrichter zu Alt-Damm und ging später als Stadtrichter nachPpritz, von wo er als Commissar des Oberlandesgerichts unter Be-förderung zum Kreis-Justizrath nach Golluoiv verseht wurde. EinigeJahre später wurde er Krcisgerichts-Dircktor zu Sorau. In dieserStellung zum Abgeordneten für die zweite Kammer des Abgeordneten-hauses erwählt, gerietst er wegen seiner politischen Richtung mit seinenamtlichen Vorgesetzten in Conflikt, der mit einer Versetzung nach Schle-sien geahndet wurde. In Rücksicht dessen nahm er seinen Abschied,lebte fortan zurückgezogen inSoran und starb daselbst am 4.Jannar1865.Seinem politischen Glaubensbekenntnisse nach war Georg WilhelmCalow ein Fortschrittsmann vom reinsten Wasser, aber ein Mann, aus-gestattet mit dem edelsten Charakter und hochherzigen, patriotischen Ge-sinnungen, ein Mann, der von seinen Zeitgenossen als ein Ehrenmannvom Scheitel bis zur Sohle verehrt wurde. Noch in den letzten Lebens-jahren bewies er ein lebendiges Interesse für die Entwickelung derpolitischen Verhältnisse und wußte die Ereignisse eindringend zu be-urtheilen. — In erster Ehe war er mit Julie Charlotte, Tochter desArztes Oe. Schleicher zu Fiddichow, in zweiter Ehe mit Bertha llhden,Tochter des Königl. Amtsraths Uhden auf Triebe!, verhcirathet. Inder ersten Ehe hatte er einen Sohn und drei Töchter, in der zweitenkeine Kinder. Bei seinem Tode hinterließ er von seinen vier Kindernnur eine Tochter Julie, die noch gegenwärtig als Rentiere in Stettinlebt. Mit dem Tode seines einzigen Sohnes Georg Ludwig Richarderlischt auch seine männliche Dcscendenz.
2) Heinrich, geboren 1800, studirtc Medizin, ließ sich nachAbsolvirnng seiner Examina und Doktor-Promovirnug 1828 als prak-tischer Arzt in Berlin nieder und erfreute sich nach Verlauf von einigenJahren seiner Tüchtigkeit und Beliebtheit wegen einer ausgebreitetenPraxis. In Folge einer Polemik über die Ansteckung der Cholera,die gerade zur Zeit in Berlin wüthete, fiel er als beklagenswertstesOpfer jenes wissenschaftlichen Streites. Um zu beweisen, daß dieCholera nicht ansteckend sei, soll er Blut von einer Choleraleiche ein-