Druckschrift 
[1] (1890)
Entstehung
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und werthvollen Geschenken und erwies ihm die Ehre, seine im Jahre1669 und 1670 geborenen Kinder aus der Taufe zu heben.")

In welchem intimen Verhältnisse Calow zu seinem hohen Gönnergestanden hat, dürfte nachstehende Begebenheit, die Erdmann erzählt,bekunden. Er sagt:Als unser Professor Calow zu einer anderenZeit, am 19. August 1672, das Glück hatte, den Kurfürsten mit seinemHofstaate bei einer theologischen Doktor-Promotion in seinem Hausezu bewirthen, verehrte er dem Kurfürsten bei der Mahlzeit den BecherLuthers, den er als ein Heiligthum aus dessen Nachlaß erworbenund bisher unter seinen Familienschätzen aufbewahrt hatte. Es warein vergoldeter Becher, dessen sich Luther zu bedienen pflegte, mit derInschriftIn silontio et spe" und dem Bilde Christi am Kreuz, unterwelchem folgende Worte standen: ,in snrn sporn Semper". Zum An-denken an Luther nahm der Kurfürst dieses Geschenk so gnädig auf,daß er den Becher sogleich nach Dresden schickte, um ihn in derkurfürstlichen Schatzkammer aufzubewahren.""")

Abraham Calow war ein bedeutender Schriftsteller und machtesich sowohl durch seine Dogmatil als durch seine polemischen Schriftenin damaliger Zeit berühmt. Man begreift nicht, wie ein einzelnerMann so viel hat vollbringen können. Außer seinen literarischen Arbeitenpredigte er sehr oft, hielt Borlesungen auf der Universität, wohnte denBerathungen der Predigergesellschaften bei und stand im Briefwechselmit vielen Gelehrten.

In seinen dogmatischen Werken gebietet er unbedingte Unter-werfung unter den Buchstaben der Kirchenlehre, wie dieselbe imlutherischen Concordienbuchc enthalten ist.- Der Brennpunkt seiner lite-rarischen Thätigkeit aber ist seine Polemik. Sie ist heiß, zornig, dochfrei von jener kleinlichen Persönlichkeit und jener Entwürdigung destheologischen Dekorum, deren seine Schildträger Strauch, Deutschmannu. A. sich schuldig machen.""")

Der Mittelpunkt dieser polemischen Thätigkeit und das Haupt-ziel derselben war die Niederwerfung der Hydra des Helmstädt'schen

*) Erdmann. Familiennachrichten und die Kirchenregister in Wittenberg.

Berger I. VIII. Ns poento Imtlisri.

««*) Tholuck.