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[1] (1890)
Entstehung
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Die Forderungen ernster Forschung wurden hierbei wenig be-achtet; man begnügte sich damit, der persönlichen Eitelkeit zu schmeicheln,und die Betheiligten waren gntmüthig und leichtgläubig genug, diesenMärchen Treu und Glauben zu schenken.")

Es dürfte überhaupt keine Familie imstande sein, ihre Ahnen aufdie Zeit vor dem XI. Jahrhundert zurückzuführen. Wer dieses ver-mag, muß sinnlose Traditionen hineinbringen und eine Anzahl Ahnenerfinden, weil erst in der Mitte des XI. Jahrhunderts Familiennamenvorkommen, die in den beiden folgenden Jahrhunderten nach und nachgebräuchlicher wurden/"")

Wenn auch kein Descendcnt unserer Familie in Folge ungewöhn-licher Thaten der Nachwelt angehört, so nimmt dennoch das ganzeGeschlecht eine chrenwcrlhe, geachtete Stellung ein. Die Angehörigender Familie haben seit Jahrhunderten den religiösen Sinn, gewissen-hafte Pflichterfüllung in ihrem Berufe, Liebe und Treue an Herrscherund Vaterland zu bewahren gewußt. Die Gebeine unserer Vorfahrenbleichen längst unter grünem Nasenhügel, die gegenwärtige Generationkennt weder jene Ruhestätten, noch die Namen der Entschlafenen; sieweiß höchstens nur von dem Einen, dem Ersten, und dieser ist FabianKalau vom Hofe, der Stammvater, der dem Geschlechte zuerst eingewisses Ansehen verliehen hat, obgleich er nicht derjenige ist, vonwelchem zunächst die Familie der Kalaus abstammt. Die Kalaw,Kalau, Kalow, Calow, Calov kommen schon gegen die Mitte des13. Jahrhunderts, 1234, 126«!, 1267, in offiziellen Urkunden vor, abereine genauere und zusammenhängende Kunde über dieselben erhält manerst vom Jahre 1460.

Nach vielen mühevollen Forschungen ist es dem Verfasser ge-lungen, die Abstammung und Verzweigung der Familie Kalauund Kalau vom Hofe vom Jahre 1490 ab mit ziemlicher Genauig-keit festzustellen. Hierbei muß rühmend anerkannt werden, daß dieKaiaus des preußischen Zweiges eine viel größere Sorgfalt auf die

") Großartiges darin hat G. Grüner geleistet. Siehe Turnierbuch 1567.

Behauptet doch Professor Voigt, daß selbst fürstliche Familien nichtim Stande sind, ihre DeSeendenz bor dem Xl. Jahrhundert dokumentarisch nach-zuweisen.