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Ziemir auch aus der alten Sitte entsprungen sein, vor Kampfund Turnier die Helme mit Laub zu schmücken; häufig er-scheinen die Lein. Ziemire auf Siegeln nicht als Bäume, sondernals Büsche und einzelne Zweige. 1 )
Man leitete auch den Namen Leiningen (alt: Liningen)vom Stamme „Lin" ah und brachte ihn mit der Linde (Linnen= Linden) in Zusammenhang (Leininger Mark-Gau der Lindenoder der Lindengrafen, analog: comites silvestres = Wildgrafen,comites hirsuti = Rauhgrafen).
Thatsaclie ist, dass die Linde ein acht Lein. Baum ist;die Umgebung der Burg Alt-Leiningen war nach einer Urkunde 2 )1490 mit Linden bepflanzt; der künstlich angelegte alte Turnier-platz der Hartenburg ist mit uralten Linden bestanden 3 ); fernererwähnt Luc. Karoli schon 1596, dass im Lein. Hause der Ge-brauch herrsche, bei Geburt eines jungen Grafen eine Lindezu pflanzen, aus deren Wachsthum man Schlüsse auf dieLebensdauer des Betreffenden zog.
Nur 1 Mal kommt eine andere Helmzier vor: In derZürich. Wappenrolle ein mit 3 w. Adlern belegtes, mützen-ähnliches Schirmbrett; es ist nicht mehr festzustellen, obliier Unkenntniss des Malers oder der Gebrauch eines einzelnenLeiningers vorliegt; die Siegel beweisen, dass sonst als Ziemirdie Linde immer fest stand. 4 )
4) Helmdecken: b. s.
') Cfr. Hohenlohe, Gesch. d. deutschen Wappenbilder 1888, S. 9 und 13.') Lehmann, urkdl. Gesch., S. 10.
:i ) S. auch: 0. Schwebel, Sagen und Bilder aus Lothr.'s Vorzeit, S. 246.
') 0. T. v. Hefner's Willkühr, in Siebmacher's II. Bd. ll.LA.btli. (beimLothriug. Adel) einen Tannenbaum als L. Ziemir abzubilden, ist sehr zu ver-urtheilen; es existirt hierfür kein Vorbild.
Brinckmeier, Leiningen. 26