Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
Seite
375
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Der Zeit nach folgt nun Graf Johann Ludwig von Lei-ningen -ITartenburg (No. 282). Derselbe liess aus Eifersuchtgegen Graf Ludwig zu Leiningen-Westerburg-Rixingen eben-falls münzen und beim Probationstag, 10./20. Juni 1619 zuWorms erklären, dass er „allein zu exercirung des regals ettwasweniges also ausferttigen lassen".

Joh. Ludwig münzte von 1619 bis 1624, „ohne dass manihm die Verpflichtung zur nochmaligen Erwerbung des Münz-rechts auferlegte, und zwar, weil er ein Glied des eigentlichenHauses Leiningen war und als solches eo ipso für münzbe-rechtigt angesehen wurde", wie es in gleichzeitigen Aktenheisst 1 ); seine Münzstätte war wahrscheinlich in Heidesheim.

Es folgt nun Graf Reinhardt III. zu Leiningen-Westerburg(No. 527), dessen Albus denen von Mainz, Hessen-Darmstadt,Nassau-Saarbrücken und Frankfurt a. M. nachgeahmt, jedochmit Theilen des Lein,-West. Wappens und solcher Legendeversehen sind. Seine Münzstätte muss im WesterburgschenLande an der Lahn gewesen sein.

Während die Münzen der bisherigen Münzherren meistvon gutem Gepräge und gutem Schrot und Korn waren, kannman dies von den geringhaltigen Münzen des Grafen Christofzu Leiningen-Westerburg (No. 532) nicht behaupten; man mussaber berücksichtigen, dass seine Münzen in die Kipperzeit, indie Noth des 30jährigen Kriegs fallen, und verfuhr er hierinnicht anders als viele andere zum Theil sehr mächtige undreichere Münzherren in dieser schweren Zeit: Er überliess seinMünzrecht gegen möglichst hohe Entschädigung einem Münz-meister zur Ausnutzung. 2 ) Die Münzstätte war in Crambergbei Schaumburg a. Lahn. Bloss von 1622 allein sind vomMünzmeister als geprägt verrechnet: 309479 Stück Groschen;

1 ) Joseph, a. a. 0. S. 24.

2 ) Joseph a. a. 0. S. 74.