— 378 —
II. „Die Münzen des gräflichen nnd fürstlichen HausesLeiningen von Paul Joseph in Frankfurt a. M., Wien 1884."Mit 53 Münzabbildungen auf 2 Lichtdrucktafeln; 110 Seiten;Wiener numismatische Zeitschrift, 1884, Band XVI. DieseArbeit ist genau und historisch wie numismatisch richtig.
In der hier nachstehenden Besprechung 1 ) der Münzenfolgen Letztere zunächst nicht nach den einzelnen Linien,sondern nach ihrer Prägungszeit. Zu betonen ist, dass Lei-ningen-Westerburg bedeutend mehr gemünzt hat, als Lei-ningen-Hartenburg.
Die ältesten Münzen des Leininger Hauses (LimburgerDenare) rühren von Emich III. (f 1.189, No. 7) als Schirmvogtüber Kloster Limburg a. II. her. Dann folgt sein Enkel,Friedrich II. (f 1237, No. 23) mit dünnen Halbbrakteaten.Zwischen dieser Zeit und dem 17. Jahrhundert erscheinen keineLeininger Münzen, doch sagt Joseph 2 ) ausdrücklich: „Ich haltees für sehr wahrscheinlich, dass sich noch einige Mittelalter-miinzen von Leiningen finden werden, denn 1423 erlaubteKönig Sigismund dem Grafen Emich VI. von Lyningen (No. 88)und seinen Erben, dass sie „in ihrer Graffschaft vnndt vf den
iren Bergwerck suchen vnndt daselbs Goldt, Silber,
Kupffer, Ginn, Bley vnndt allerlei ander Ertz erheben sollen —mit solchen Rechten und Freiheiten, die andere Bergwerckein dem h. Reich haben" 3 ). Im 16. und 17. Jahrhundert be-gründete man das Münzrecht geradezu mit dem Bergwerks-recht, beide waren in den Rheinlanden immer vereinigt, undEdelmetalle verwandte man im 15. Jahrhundert kaum anders
') Die Beschreibung der einzelnen Miinzon, sowie Erklärung der auf diesenvorkommenden Abkürzungen und Wappen ist bei Joseph a a. 0. aufs Genaustedurchgeführt und daher hier nicht wiederholt.
2 ) a. a. 0. S. 22.
3 ) Lunig, Reichsarohiv, Bd. 22. S. 392; siehe oben Bd. I. S. 194.