Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
Seite
331
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sie als Geiseln 3 Jahre gefangen gehalten wurden. In ihrerAbwesenheit wurden die Schlösser, Gärten, Keller u. s. w. auchalles Bewegliche verkauft, sowie die Kirchengüter, Kassen unddas Archiv vollständig geplündert rund beraubt.

Auf den ersten Einfall der Franzosen in's Leiningen-Westerburger Gebiet, namentlich in Grünstadt, folgten nochein 2. und 3. zwischen 1793 und 96; die Franzosen wirtschaf-teten auf's Unerhörteste^ stete Requisitionen durch die Fran-zosen und Deutschen erforderten ungeheure Opfer und stürztendas Land in Schulden und Noth. Auch im Westerburgschenfolgte eine Lieferung auf die andere, hier meist für die deutschenTruppen, so z. B. musste die Herrschaft Westerburg im Juli.1795 für die österr. Feldbäckerei in Hachenburg Holz und fürErzherzog Karl gleichfalls nach Hachenburg im Sept. 1796Brod, Haber und Heu liefern. Im September 1795 rückten dieFranzosen in die Herrschaft Westerburg ein, zogen sich aberbald wieder zurück; doch war der Schaden, den sie hierbeiverursacht, bedeutend. Im Dec. .1795 musste Westerburg täglich1 h Klafter Holz an's österr. Verpflegsamt nach Hachenburgliefern. Die französischen Schanzarbeiten bei Neu-Wied imMai 1796 musste die Herrschaft ebenfalls unterstützen.

Die Auflösung der Leiningen-Westerburger Herrschaftund Regierung in der alten Leininger Grafschaft in FolgeDekrets des Mainzer Nationalkonvents, 18. März 1793, sowiedie vergeblichen Bemühungen?der .Unterthanen"um Befreiungihrer Grafen sind bereits weiter oben 1 ) erwähnt.

Nachdem Karl II. in einem Brief vom Mai 1795 von Parisaus berichtet hatte, dass nun sämmtliche 4 Grafen die Erlaub-niss erhalten hätten, in Paris frei umherzugehen, entflohenplötzlich seine 2 Söhne Ferdinand Karl (III.) und August am12. Juli 1795 bei sieh bietender Gelegenheit aus Paris und kamen

!) Unter Graf Christian Karl von der Alt-Leininger Linie.