- 832 —
glücklich nach Deutschland. Dadurch verzögerte sich aberdie Freilassung des mit seinem Vetter Friedrich zurückge-bliebenen Grafen Karl II. bis Anfang 1796, wo man sie endlichnebst der Fürstin von Nassau-Saarbrücken gegen den franzö-sischen Deputirten und Minister Beurnonville auswechselte.Nach 3jährigen Entbehrungen und Gefahren kam Karl ILendlich 20. Febr. 1796 wieder nach Grünstadt zurück, wo erjedoch all seinen Besitz in fremden Händen vorfand undweiter fliehen musste; wahrscheinlich zog er sich sofort nachWesterburg zurück, welche Herrschaft im Besitz des Hausesgeblieben war.
Den Anfall der alten Leininger Grafschaft an Frankreichim Frieden zu Luneville (1801) erlebte der Graf nicht mehr,denn er starb, nachdem er in jenen schweren Zeiten so manchesLeid ...erduldet, noch mitten in den Kriegsunruhen 7. Juni 1798zu Westerburg, wo er am 10. Juni in der gräflichen Gruftbeigesetzt wurde.
669 Seine Gemahlin war: Philippine Auguste, TochterKarl Walrad Wilhelms, Wild- und Rheingrafen zu Salm-Grumbach und der Jul. Franc. Leop. Therese Gräfin vonPrösing; geboren 6. Febr. 1737, vermählt 1 ) 18. Juli 1766 undgestorben 2. Apr. 1792.
Die Kinder dieser Ehe waren:
670 1. Ferdinand Karl III. Wilhelm Leopold ChristianHeinrich 2 ), der Nachfolger seines Vaters.
') Ehevertrag v. 18. Juli 1766;
7 ) Bezüglich der gräflichen Söhne, die an det Griinstadter Lateinschule er-zogen wurden, existirt die Anekdote, dass der durch seine Grobheit bekannteRektor Balz, der den Stock eifrig beim Unterricht gebrauchte, ■ die Weisung er-hielt, die jungen Grafen auf etwas bessere Weise als die anderen Jungen zu be-handeln ; deshalb wählte er den originellen Ausweg, dass er die jungen Grafen,wenn er deren Bestrafung für nöthig hielt, statt mit dem baculus mit einem —