Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
Seite
330
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Die aus Frankreich überkommenen revolutionären Ideenführten gegen Ende des 18. Jahrhunderts auch in der Graf-schaft viele Ausschreitungen herbei, so in Grünstadt, wo ander Spitze der Propaganda ein verkommenei^Mensch, der Alt-Leininger Amtsgerichtsschreiber Mossdorf stand 1 ).

23. Febr. 1793 wurden die in Grünstadt anwesenden GrafenKarl II, dessen ältester Sohn Ferdinand Karl (III.) von derNeu-Leininger, und Friedrich Ludw. Christian von der Alt-Leininger Linie sammt ihren geistlichen und weltlichen Be-amten zur Leistung des von Custine anbefohlenen Eides auf-gefordert 3 ), widrigenfalls sie über die Grenze gebracht undihre Besitzungen eingezogen würden.

Alle Vorstellungen, sowie die feierliche Einsprache derGrafen blieben erfolglos; als ein republikanischer Officier gegenden sich beschwerenden Grafen Karl II. seinen Degen erhobund ihn auch niedergeschlagen hätte, wenn der Graf ihm nichtin den Arm gefallen wäre, wollte das zahlreich versammelteVolk, das zum grössten Theile-auf Seite der Grafenstand, Sturm läuten und Gegenwehr 7 'leisten, was jedoch aufBitte des Grafen unterblieb! Da 26. Febr. 1793 von Mainz derBefehl anlangte, die Grafen zu Leiningen-Westerburg alsFeinde zu betrachten, erhielten die Grafen nur eine kurzeFrist von wenigen Stunden zur Eideserklärung; nachdem sie27. Febr. die schriftliche^ heldenmüthige"Erklärung übersandten,dass sie den Eid nicht leisten, wurden sie festgenommenund am gleichen 27. Febr. 1793 unter starker Bedeckung ineiner Chaise über Landau, Strassburg nach Paris gebracht, wo

') Siehe den genaueren Gang der Ereignisse dieser Zeit oben unter GrafChristian Karl von der Alt-Leininger Linie.

-) Remling, Rheinpfalz 1792—98. I. S. 26G. ff. und Müller Haminors vonKirchheim a. Eck Tagebuch jener Zeit. (Abschrift eines Theils im Archiv desGrafon K. E. zu Lein.-"Westerburg.)