„Du aber Jesu! gieb, dass in der neuen Erde
Die Grafschaft Leiningen ja nicht vermisset werde:
Und spielen wir dereinst in den vorklärten Chören,
Lass Hof und Stadt und Land uns mit drein stimmen hören."
In einer Verordnung d. d. Grünstadt 22. Oct. 1762 tadeltder Graf, dass die Kinder in Folge häuslicher Geschäfte zuviel durch die Eltern vom Schulbesuch abgehalten würdendaher bestimmte er, dass jedes Kind mit Beginn des 7. Jahreszur Schule müsse; die vortreffliche Verordnung enthält 15Punkte mit Anweisungen für Lehrer und Schüler, Strafan-drohungen für Schulversäumnisse, Vorschriften über gute Be-handlung der Kinder, Schulvisitation durch Pfarrer pp. 1 )-
Auf Graf Karl I. ist auch die Anlage des „Karlsbergs"(oder „Matzenbergs"), eines auf einen Raum von 2 Stundenim Umkreise zerstreuten Dorfes bei Alt-Leiningen zurückzu-führen. Die Örtlichkeit war früher mit Wald bestanden, deraber von Georg II., welcher nach den Kriegsstürmen des 17.Jahrhunderts Geld brauchte, sowie der im Kupferthal liegendenEisenschmelze halber abgeholzt wurde. Er, wie namentlichsein Sohn Karl I. suchten hierauf Fremde als Ansiedler heran-zuziehen, denen sie den Boden in Erbpacht gaben; die Leute,vielfach Odenwälder, hiesseri „Hofmänner"; ein Theil derselbenernährte sich mit Harzbrennen und als Hausirer, die oft weithinaus bis Österreich, Russland, Dänemark, Frankreich zogen;als die Ansiedlung wuchs, bekam sie nach 1726 nach GrafKarl I. den Namen „Karlsberg" 3 ).
') Alt-Leininger Pfarrbuoh, nach Pfan- und Gemeinde-Akten, von PfarrerM. Lang.
2 ) Der ursprüngliche Name des Berges ,,Matzenberg" blieb daneben nochbis heute bestehen; der Name rührt jedenfalls von den hier begütert gewesenenHerrn ,,von Mezze" oder „Mazze" (aus dem Westrich) her. die später als Herren
v nn Scharfoneck vorkommen.