Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
Seite
325
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überhaupt nicht; nachdem Karl I. beim Reichskammergerichtklagte, wurde die Streitfrage 21. März 1764 zu seinen Gunstengegen seinen Gegner Christian Johann von der Alt-LeiningerLinie entschieden. Genannte Fräuleinsteuer betrug um 1428:2000 fl., 1555: 3000 fl. ohne Schmuck und Kleider, für dieauch noch 1000 fl. angerechnet wurden. Die eingegangeneSumme bildete einen Theil der Aussteuer der Gräfinnen').

Graf Karl I. muss ein frommer Mann gewesen sein; dennvon ihm heisst es: „1778 zu einer Zeit, wo in anderen Herr-schaftsgebieten schon die Neigung zur Religionslosigkeit offenhervortrat, wurde in der Grafschaft Leiningen von Graf Karl I.die Sonntagsheiligung noch ernstlich eingeschärft; nicht Polizei-zwang füllte die Kirchen, sondern das gute Beispiel dervornehmsten Glieder der Gemeinde hatte auf viele an-dere einen heilsamen Einfluss." 2 )

Seiner Anregung ist es auch zuzuschreiben, dass das „Hoch-gräflich Leiningen-Westerburgsche Consistorium" zu Grünstadtam 3. Dec. 1756 ein „neuaufgelegtes Kirchen- und Haus-gesangbuch (959 Lieder) — vornehmlich zum Gebrauch derevang. luther. Gemeinen in der Grafschaft Leiningen-Westerburg" (Grünstadt, Verlag des Waisenhauses, Druckvon Joh. G. Nuglisch, Hof- und Kanzleibuchdrucker 1757)herausgab; die Vorrede dieses gut gedruckten Buches 3 ) schliesstmit den Worten:

1 ) Knochs Lein.-Westerb. Chronik II. S. 122. Ausser den 2 genanntenausgeschriebenen Fräuleinsteuern sind noch bekannt die für die BheingräfinChristiane 1699 zu 5000 fl., für die Gräfin Charl. Amalie von Wiser zu 6000 fl.,für die Gräfin Anna Auguste (vermählt an Bar. v. Holstein) 1764, für GräfinCharlotte (vermählte Sayn-Wittgenstein) 1776—1781, für die Gräfin Elisabeth(vermählte Pappenheim) 1778—1780.

2 ) Die pfälz. Kirche am Ende des 18. Jahrhdts., II. Theil; Vortrag vonDekan Guth, 6. Juni 1887.

:) ) Je 1 Exemplar im Archiv des Grafen K. E. zu Lein.-Westerburg unddes hist. Ver. der Pfalz. Es war bis 1823 im Gebrauch.