Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
Seite
327
Einzelbild herunterladen
 

— 327 —

Entgegen der Ansicht Beckers 1 ) und Lehmanns 2 ), die derMeinung waren, dass blos das verrufenste Gesindel aus allenHimmelsrichtungen sich dort angesiedelt hätte, hat sich all-mälig, wenn es auch zutrifft, dass auch Zigeuner unter denColonisten des Karlsbergs waren, ergeben, dass in Folge derBedrückungMes Protestantismus in Frankreich und Kurpfalzflüchtige Protestanten die Gebiete der ^trenglutherischen'Lei-ninger Grafen aufsuchten und die ersten Colonisten des Karls-bergs waren, zumal ihnen hier Vortheile aller Art winkten.

Diese Ansicht hat sich auch heute noch als Tradition dortselbsterhalten 3 ). Die Diskreditirung der „Matzenberger" rührte alleinvon einigen miteingewanderten Zigeunern und einigen schlechtenSubjekten her, die allenthalben rauhten und stahlen. Durchstrenge Polizei, Kirchenzucht und treffliche Bürgermeister ge-lang es allmälig, die schädlichen Familien zu verdrängen undden Karlsberg wieder in besseren Ruf zu bringen. Von Graf Karlstammt auch die Schule und der Betsaal Karlsbergs her, vonGräfin Margarethe die erste Glocke auf dem Thürmchen desBetsaals.

Graf Karl I. residirte zu Westerburg und Grünstadt; dochvorwiegend in letzterem Orte, woselbst er auch 19. März 1787verstarb (und auch jedenfalls begraben liegt).

Vermählt war Karl I. mit Johanna Elisabeth Amalie, 659Tochter des Generalfeldmarschalllieutenants Graf WilhelmMoritz v. Ysenburg-Philippseich und der Amalie Luise Burg-gräfin zu Dohna; geboren 19. März 1720, vermählt zu Philipps-

'1 Die Pfalz und die Pfälzer, 1858. S. 243.

2 ) Leininger Thal, S. 150 und 151.

8 ) Aus dem Elsass stammen die Schlee's, aus dem Bisthum Speyer die Sehottund Netscher; viele aus Kurpfalz; aus Salzburg (1731) die Pamilie Treier. (Pf. M.Längs Alt-Lein. Pfarrbuch.)