Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
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22. Febr. 1785 wurden die Erbrechte der Grafen zu Leiningen-Westerburg der Neu-Leininger Linie auf diese beträchtlicheGrafschaft Laurwig bestätigt und diesen Grafen die nächsteAnwartschaft nach Erlöschen des gräflich Ahlefeldt'schenMannesstamms mit Ausschliessung der übrigen Prätendentenzuerkannt. Durch die von Graf Christians Sohn Graf Fried-rich von Ahlefeldt erlangten Beschlüsse des Königs vonDänemark und Norwegen d. d. 9. Nov. 1804 und 8. Nov. 1805durfte die Grafschaft Laurwig verkauft werden mit der Ver-pflichtung, ein Fideikommisskapital von 700000 Thlr. auszu-setzen ; wegen der dem Grafen vorbehaltenen Kirche verringertesich das Kapital auf 686024 Thlr. 1 )

Nun zurück zu Gräfin Margarethas Leben.

Ihr bedeutendes Vermögen befähigte sie, bereits 2. Apr.1712 mit dem mehrfach erwähnten Rath Berghöfer einenCessionsvertrag wegen des noch an ihn versetzten Theils derHerrschaft Westerburg zu schliessen, in Verfolg dessen sie22. Apr. die Huldigung in den ihr cedirten Orten empfing.

Als Georg II. 1726 starb, waren ihre Söhne noch un-mündig; deshalb übernahm sie die Vormundschaft, welche siebis 8. Apr. 1740 führte. Dem Testament Georg's II. entsprechendhatte Landgraf Ernst Ludwig v. Hessen-Darmstadt die Ober-Vormundschaft übernommen; nach seinem Tode trat dessenSohn Ludwig VIII. 23. Sept. 1739 die Obervormundschaft überGeorg's II. Kinder an, ertheilte daher dem Procurator Guy inWetzlar die nöthigen Weisungen, und Margarethe bevoll-mächtigte 2. Oct. 1739 den Dr. Zwierlein in Wetzlar, für denLandgrafen die kaiserliche Bestätigung zu erwirken.

Die Vormundschaftsrechnungen der Gräfin sind noch voll-ständig von 1726—1736 vorhanden, aus denen ihre Thätigkeitzu ersehen ist.

') die ferneren Schicksale pp. Laurwigs hier anzugeben, würde zu weitfülireD. Kluber, Staatshandb. 1811, S. 415; Varrentrapp, 1788.