Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
Seite
310
Einzelbild herunterladen
 

- 310 —

berg bei Alt-Leiniugen liess er umhauen und legte auch damehrere Höfe an.

Der Kirche zu Westerburg machte- Georg II. und seineII. Frau Magdalene 1702 ein Ciborium nebst Patenc zum Ge-schenk, die heute noch im Gebrauche sind; auch schaffte erdie Orgel in Schadeck 1707 an 1 ). Kirchen- und Gemeindezuchtwurden energisch von ihm gehandhabt und speciell religiöserEinfluss auf die Gemeinde geübt, was noch vorhandene Erlasseund Pönalmandate beweisen. Bald nach Anfall der LeiningerGrafschaft von der Leiningen-Leininger Linie an die Alt- undNeu-Leininger Zweige der Sc-haumburger Linie wurde ein Ge-sangbuch in der Grafschaft eingeführt: „Neues GrünstädtischesGesangbuch" (463 Lieder), Worms 1708. Das 2. Gesangbuch„Hcningisch Gesangbuch" (360 Lieder), Grünstadt 1723, ist sicherspeciell auf Graf Georg II. und seine III. Gattin Margarethezurückzuführen, da sich am Anfang dieses Buches ein Kupfer-stich („C. E. Knabe aurifaber sculpsit a Grinstadii") befindet,der ausser der Abbildung von Schloss und Stadt Westerburgund Kloster Höningen oben die beiden Wappen von GrafGeorg II. — Leiningen-Westerburg — und Gräfin Margarethe— Güldenlöw-Danesciold — zeigt 2 ).

Durch weise Haushaltung und Erbschaften von 2 Ge-mahlinnen, sowie durch die in Folge Erlöschens zweier Linienan ihn heimgefallenen Besitzungen war Georg II. in eine sehrgute Lage gekommen und konnte einen ansehnlichen Besitz

l) welche später von den Franzosen zerstört wurde; Mittheilungen desderzeitigen H. Pfarrers Bender in Schadeck.

-) Je ein Originalstich im Archiv des Grafen K. E. zu Leiningen-Wester-burg und im Dürckheimer Alterthums-Yerein. Die Nachrichten über die Titelund Druckjahre der 2 Gesangbücher stammen aus dem ebenfalls im Archiv desGrafen K. E zu Lein.-Westerburg befindlichen „Kirchen- und Hausgesangbuch— in' der Grafschaft Leiningen-Westerburg" Gränstadt 1757, Vorrede, § 1 (sieheweiter unten unter Graf Karl I.).