Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
Seite
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Graf Christian Karl war inzwischen zu seiner verhei-ratheten Schwester nach Berleburg geflüchtet, wo er sich auch

1795 noch aufhielt,; heim jedesmaligen Vordringender deutschenTruppen scheint er wieder nach Grünstadt gekommen zu sein,denn laut einer Alt-Leininger Rechnung musste „am 24. Jan.

1796 an den Herren Grafen zu Grünstadt ein Neujahrsgeschenkvon 33 fl. (von dör Gemeinde Alt- Leiningen) gemacht werden."Die anderen Grafen blieben in Gefangenschaft in Paris undHessen sich 1 ) zn ihrem Unterhalt von Zeit zu Zeit Geld dort-hin senden; ihre Briefe wurden stets aufgebrochen und nurdann bestellt, wenn sie nichts über den Krieg enthielten; ineinem Briefe des Grafen Friedrich vom Januar 1795 erwähntdieser, dass er jetzt mit seinem Schicksal so ziemlich zufriedensei; Erbgraf Karl (Gust. Waldein.) meldete im Mai 1795, dassnun sämmtliche gefangene Grafen die Erlaubniss erhaltenhätten, in Paris frei herumzugehen. Da man sich auch an denpreussisclien Minister von Hardenberg wegen der Befreiung derGrafen gewandt hatte, so meldete der Gesandte von Fischervon Regensburg aus im Mai 1795 „dass ihm der preussischeGesandte gesagt habe, dass sowohl an ihn, als besonders anden Minister von Hardenberg vorn preussisclien Hof der Befehlergangen sei, die IJerren Grafen von Leiningen-Wester-burg als verwandte Personen des Königs zurückbegehrenund sich aufs Nachdrücklichste verwenden zu wollen. Nach-dem die Angelegenheit auch bei und durch den Fürsten ( olloredobetrieben wurde, sprach man bereits in Paris von der Aus-wechslung, als plötzlich Graf Ferdinand Karl III. und GrafAugust am 12 Juli 1795 aus Paris aus der Haft entflohen undauch später glücklich nach Deutschland zurückkamen. Da-

') nach den im Archiv des Grafen E. E. zu Lein.-Westerburg befindlichenBriefen von 1795 des Majors von ßoltog, dos Massaknrators der gräflich Wilhel-minischen Verlassenschaft.