und Unterthanen und beweist, dass die gräfliche Familie sichin dieser unruhevollen Zeit noch reger Sympathien erfreute 1 ).
Am 81. Oct. 1793 schrieb Graf Christian Karl von Grün-stadt aus an Kaiser Franz und bat um die Befreiungseines Bruders und seiner Vettern aus der französischen Ge-fangenschaft durch Auswechslung anderer Staats- und Kriegs-gefangener und um Nachlass der dem Kaiser bewilligtenKriegsbeiträge; auch wendete sich der Graf am 25. Nov. 1793von Grünstadt aus an die Regensburger Reichsversammlungmit der gleichen Bitte und wünschte Erleichterung in denReichsbeiträgen wegen der Bedrängnisse, in denen er sichbefände 2 ).
Beim Wiedervorrücken der Franzosen musste Graf ChristianKarl wieder fliehen, da die Franzosenfreunde und Revolutionärewieder die Oberhand gewannen. Im Laufe der Zeit wurden,auch in der Grafschaft die üblichen französischen Kindereien^wie Pflanzung von Freiheitsbäumen (in Grünstadt am 10. März1793, in Alt-Leiningen am 1. April 1796 oder 1. April 1798 3 ),Einsetzung von Vernunftgöttinnen (in Grünstadt die Lehrers-tochter Andreae 4 ), in Dürkheim Anna Lippert), Rosenköniginnen,(Rosieres) mitgemacht, doch bemerkt Dekan Guth ausdrücklich,dass „ein guter Theil Grünstadts sich nicht dazu herbeige-lassen hat, die Kniee vor dem modernen Baal-zu beugen."
Am 4. Januar 1794 legten die Franzosen Grünstadt eineBrandschatzung von 100000 Livres, je 6000 Hemden und Pr.Schuhe, je 4000 Hosen und Westen, je 3000 Kapotröcke undPr. Strümpfe, 20000 Laib Brode auf; hierbei bemerkte der
') Letzteres trifft heutigen Tages noch zu, was mehrere Mitglieder desHauses in den letzten 10 Jahren zu constatiren Gelegenheit hatten.
2 ) Reichstagsakten von Regensburg.
a ) Näheres über diesen in: Mitth- d. hist. Ver. d. Pfalz, XIV. S, 101.
4 ) Dekan Guths Pfarrbuch von Grünstadt.