Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
Seite
231
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Gütern entschädigt wurde 1 ). Da Graf Friedrich von Wied nachdem Tode Reinharts III. wegen der Herrschaft Westerburg auf Be-treiben Graf Georg Wilhelms durch das Wetterauer Grafen-collegium sehr bedrängt wurde, setzte er des Witthums seinerGattin und der Mobilien wegen eine übertriebene Forderungvon 30000 fl. auf und erklärte, nicht eher, als bis zur Bezahlungdes letzten Pfennigs aus Westerburg weichen zu wollen. Umihn zu befriedigen, verkaufte der durch den 30jährigen Kriegfast erschöpfte Graf Georg Wilhelm 1656 die HerrschaftSchaumburg und übergab dem Grafen Friedrich von Wied24000 Thlr. nebst allen im Scbloss befindlichen Mobilien; da-gegen musste der von Wied alle Papiere des WesterburgerStammarchivs zurückgeben. Bis zum völligen Abtrag derSumme behielt Marie Juliane die halbe Herrschaft Westerburgim Besitz, worauf sie dann erst mit allen im Schloss befind-lichen Möbeln abzog.

Sie starb am 16. Juli 1657 2 ).

2. Margarethe Sabine, geb. 12. März 1618, starb bereits 530wieder 23. April 1618 und wurde am 27. April bei ihremGrossvater Georg I. in der Westerburger Kirche beigesetzt.

3. Moritz Ernst, geb. 8. Dec. 1619; sein geistesschwacher 531Vater gab ihm einen gewesenen Soldaten zum Hofmeister, dernachmals in Hexenprozessen barbarisch verfuhr; die Erziehungdürfte somit keine gute gewesen sein, doch verstarb MoritzErnst bereits 1635 zu Greiffenstein an der Pest und ist daselbstbeigesetzt.

Da Reinhart III. sonst männliche Nachkommenschaft nichthinterliess, so erlosch diese Linie und fiel die schwerge-schädigte und verringerte Herrschaft Westerburg an GrafGeorg Wilhelm von der Schaumburg-Schadecker Linie.

') Original im Neuwieder Archiv; sowie auch Reck, S 218.,J ) S. Coudolenzschreiben Graf "Willi, zu Solms d. d. Greiffenstein 22. Juni1657 in: Geschl. reg. v. Isenbg., Wied (Mannheim 1757) S. 337. No. 281.