Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
Seite
230
Einzelbild herunterladen
 

- 230 -

I. mit ihrem Vetter Graf Philipp Ludwig zu Leiningen-Westerburg-Schaumburg am 11. Oct. 1636. Da sie mit ihremwunderlichen Vater meist nicht zusammen lebte, geschah dieVermählung ohne Wissen desselben und ohne vorher einge-gangene Eheverträge; 1637 wurde sie jedoch schon wiederWittwe.

II. mit Graf Friedrich zu Wied im März 1639; die Ehe-beredung geschah mit Wissen 1 ) ihres Vaters Reinhart am20. März 1639 zu Westerburg-); die Vermählung war balddarauf. Durch späteres Testament ihres Vaters wurde ihr dieHerrschaft Westerburg vermacht, in der ihr auch gehuldigtwurde. Ihr sowie ihrem Gemahl Friedrich hatte Reinhart auch6000 fl. bestimmt und ihnen zur Sicherheit Schloss, Stadt undLand Westerburg verpfändet 3 ). Marie Juliane hatte auf Aus-zahlung der ihr vermachten und auf Westerburg versichertenSumme seit 1646 vergebens gehofft; 1652 wurde sie dringenderund nun erbot /sich Moritz Heinrich von Nassau-Hadamar,dem Grafen Friedrich nöthigenfalls mit bewaffneter Hand zurBesitznahme von Westerburg zu verhelfen; dagegen aber er-klärte sich entschieden Kurtrier, und so kam es 1656 zu einemVergleich, in dem Marie Juliane aus der WesterburgschenErbtheilung mit 15000 Thlr. und verschiedenen unbeweglichen

wurden sie der Unwichtigkeit halber weggelassen; doch seien hier, des Beispielswegen, die Gevatter Maria Julianens angeführt, welche auch bei der Taufe am10. Octoher 1616 zu Westerburg anwesend waren: Graf Bastian zu Falkensteinund Gemahlin, Graf Ernst von Solms und Gemahlin, Graf Christoph zu Leiningen-Westerburg nebst Gemahlin, Graf Ludwig zu Loiningen-Westerburg mit Gemahlin,Graf Georg von Nassau mit Gemahlin, Graf Günther von Schwarzburg, GräfinElisabeth von Schwarzburg, Fräulein Lisette von Leiningen-Dagsburg.

') Nicht wie Lehmann, Urk. Gesch. S. 325 sagt: ohne Vorwissen; Bein-hart unterschrieb selbst die Eheberedung.

2 ) Geschl. reg. von Isenbg., Wied pp. S. 1318. No 775; auch S. 336No. 280.

3 ) Original im Archiv zu Neuwied, sowie auch Beck, S. 205.