Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
Seite
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Nachdem Reinhart 16-11 seine Herrschaft dem Grafen vonHatzfeld sowie dem Grafen von Holzapfel vergeblich angebotenhatte, suchte er Westerburg seiner Tochter Marie Juliane zuzu-wenden, die in 2. Ehe mit Graf Friedrich von Wied vermähltwar, errichtete zu deren Gunsten ein Testament und veranlasstedie Unterthanen, derselben zu huldigen.

1641 brannte der untere Flecken Westerburg oder diesogen. Lehrgasse gänzlich ab, wodurch grosser Schaden erwuchs.

1642 traten die Agnaten mit der Bestätigung der Haus-verträge beim Wetterauer Grafen-Collegium auf und verlangtendie Aufhebung der Wiedischen Huldigung, allein zunächstvergeblich.

1643 eignete sich der schon erwähnte Graf Joli. Ludwigvon Nassau das Dorf Wilmenrod ebenso verstohlen und mitList wie früher Seck für 4000 fl. zu.

Ausser diesem Ort und Seck hat Reinhart III. im Laufeder Jahre noch Folgendes veräussert:

Den Hof zu Bellingen, viele Zehnte auf dem Westerwald,zu Dorchheim und Mehrenberg, Westerburgsche Mühlen, einenWald zu Weltersburg, den Schlosswald zu Westerburg — dieHube genannt, 3 Wälder zu Renneroth, den 3-BAlderwald, ver-schiedene Potheimer Gefälle, Wilsenröder Güter und Gefälle,das Mellinger Gut, ein Gut zu Elben, die Fuchshecke pp.;ferner verpfändete er die Zollgefälle zu Boppart und das Hof-gut zu Weltersburg.

Gegen das Ende seines Lebens wurde Reinhart ganzkindisch, liess angebliche Hexen hinrichten und machte solcheTollheiten, dass gleich seiner Tochter Marie Juliane auch seinEidam Graf Friedrich von Wied nicht mehr bei ihm bleibenwollte.

Während des 30jährigen Krieges hatte Reinhart III., dersich schon „1614 eine guthe Spaarbüchse angefüllet" 0, im

') Knooh's Chronik I. S. 147.