Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
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haben, weilen zu einem Dommherren damahlen .. Geschick-lichkeit erfordert wurde."

Thatsächlich weisen seine, vielen verkehrten Handlungensowie handschriftliche Aufzeichnungen darauf hin, dass ernamentlich gegen das Ende seines Lehens geistesschwachbezw. geistesgestört gewesen ist, und erklären sich hierdurchdie Beinamen, wiedegener, der Ungerathene, Ausgeartete"die er sich in seinem Hause zuzog.

Nachdem er sein Oölner Canonicat bezogen hatte, wollteer 1595 schon sein väterliches Erbe versetzen, doch kam esnicht dazu. Als ihm nach dem Aussterben der WesterburgerLinie 1597 1 ) als Antheil Schaumburg zufiel, trieb er es so,dass sein Bruder Philipp Jacob ihm öfters derbe Verweise er-theilte. 1600 kaufte er seiner Mutter den Cramberger Hof um6000 fl. ab; hierauf aber wollte er 1606 Schaumburg an seinenBruder Christof verkaufen und Schadeck dafür eintauschen,doch kam dies erst 1609 zu Stande. Nachdem sein BruderPhilipp Jacob 1612 gestorben war, wurde trotz des Testamentsdes Letzteren die Landestheilung durch den sog.SchadeckerVertrag" vom 25. September 1612 2 ) vorgenommen, wodurchReinliart III. die Herrschaft Westerburg allein, Christof aberSchaumburg, Schadeck und Cleeberg bekam; dabei blieb demGrafen Christof nach kinderlosem Absterben Reinharts derRückfall Westerburgs vorbehalten.

1612 wurden Reinharts Einkünfte noch dadurch vermehrt,dass er zum Afterdechant in Cöln ernannt wurde.

Bei der Huldigung in Westerburg machten die Unter-thanen bereits Schwierigkeiten, da sie zuvor erst ihrerReligions-freilieit versichert sein wollten, was Reinhart auch zugestand.

') Durch den Friedberger Vertrag (siehe oben).-) Dausarohiv zu Westerburg, Fase. I. 1. d.