- 222 —
Seine Hauptsorge verwandte er auf die Wohlfahrt seinerUnterthanen, führte gute Justiz ein, setzte an die WesterburgerSchule einen Lehrer der lateinischen Sprache und gründeteein neues Spital; auch befestigte er in seiner Herrschaft denvon seinem Vater Georg I. eingeführten evangelischen Glauben.
Wie sehr er auf das Gedeihen seines Gebietes auch schonauf die Zukunft hinaus fürsorglich bedacht war, erhellt aus seinemTestament 1 ), worin er bestimmt, dass, da seine Brüder nichtsparsam seien, die Herrschaft Westerburg aber noch mit Schul-den belastet sei, die Herrschaft mit Beschlag belegt bliebe, bisalle Schulden gedeckt seien; ferner dürfe bezüglich der evan-gelischen Lehre und des Gottesdienstes nichts geändert werden.
1606 wurde er von Hans Georg von Irmentraut — wahr-scheinlich in Folge eines Ehrenhandels — mit einem Degenam Beine schwer verwundet, woran er lange litt.
Er starb unvermählt am 14. Juli 1612 und liegt zu Wester-burg begraben. Es wurde für ihn zu Alt-Leiningen ein Grab-stein angefertigt, der nach Westerburg geschafft werden sollte;allein da Reinhart III. ein schlechter Zahler war, auch der30jährige Krieg anbrach, so blieb das Epitaphium vergessenlange Jahre bei der unter dem Schloss Alt-Leiningen im Kupfer-thal gelegenen Rudolfsmühle stehen, von wo es Ende des 17.oder Anfang des 18. Jahrhunderts in den LeiningenschenSchlossgarten nach Grünstadt und später in die sogen. Jacobs-lust daselbst kam, wo dasselbe heute noch steht. Auf demSteine selbst ist Graf Philipp Jacob in ganzer Figur in Rüstungund mit gefalteten Händen ausgehauen; die Inschrift lautet'):
„Philipps Jacob, ein Graff auserkohren,Zv Leiningen Westerbvrg ward gebohren,
Als man zahlt fonffzehen hundert jar
') Knoch's Chronik I. 133.2 ) Lehmann, Leininger Thal, S. 192.