Den Springbrunnen vom Sehenkelberg leitete er in dieBurg, sodass man sieh auf der Westerburg nicht mehr blossdes bisherigen tiefen Ziehbrunnens zu bedienen brauchte, undliess einen neuen Weingarten roden, sowie den neuen Zoll-und Wegestock vor Scliadeck setzen.
An Schulden der Herrschaft Westerburg wurden unterReinhart II. abgezahlt:
An Samel von Modersbach 2244 Goldgulden, an Kesselzu Kirpperg 513 Thaler Reichsmünz, an Philipp von Reiffen-berg 200 Reichsthaler, an den von AVaidersdorff 100 Thaler;der Gräfin Ottilie, geb. von Manderscheid 1000 II. BatzenHeirathsgeldes; denen von Brambach 550 fl. u. s. w.; „Itemhaben ihro Gnaden über und ohne das, was auf Besoldungund Kleidung der Diener, auch andere tägliche Nothdurft ihrergräflichen Haushaltung gegangen an Mangeldern, Pensionenpp. jährlich ausrichten müssen, über 400 fl."
In Graf Kuno's Salbuch heisst es am Schlüsse: „Diesevorgezeichnete Verbesserung der Herrschaft Westerburg, sodurch weilandt pp. Graf Reinhart pp. angelegt und zu Wegegebracht, thut ohne alle Baukosten, Pensions- und andereAusgaben, soviel das Verzeiehniss des Geldes ausweiset,11000 fl.
Man muss alle Achtung vor dem Charakter eines Alanneshaben, der, nachdem er als tapferer Haudegen aus Kriegsfahrtenhervorgegangen, sich so einsichtsvoll, so beharrlich der Ver-besserung seines Landes widmete; zugleich drängt sich dieBemerkung auf, dass er offenbar über verhältnissmässig sehrreiche Mittel verfügt haben muss. Zu seinen wichtigsten undfolgereichsten Handlungen gehört die, dass er 1561 zur neuenReligionslehre übertrat und diese mit Hülfe des Pfarrers Herrn.Fabri in seinen Landen einführte; die Reformation des Ge-mündener Stifts zog sich jedoch noch bis 1570 hin.