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Sibylle. 1635 nach dem Tode Johann Casimirs erhielt er,gemeinsam mit seinem Neffen Joh. Ludwig von Oberbronn dieGrafschaft Leiningen, und dann, als Johann Ludwig starb, dieganze Grafschaft nebst Rixingen, Oberbronn und Forbach,welche Besitzungen, nachdem sie 43 Jahre getrennt waren, nunwieder unter eine Hand vereinigt waren.
Um die Grafschaft in Besitz zu nehmen, kam GrafPhilipp II. nun nach Altleiningen, aber die Wittwe Marthawollte, wie schon erwähnt, nicht aus dem Schlosse weichenund ihren Wittwensitz in Neuleiningen nicht eher beziehen,als bis sie wogen der ihr von ihrem Gemahl widerrechtlich;gemachten Schenkungen gesichert sei. Ja, sie wollte ihremSchwager Philipp nicht einmal die nötliigen Zimmer im Schlosseeinräumen, worauf dieser dieselben denn mit GewaltinBesitznahm.Die schlaue'Wittwe, welcher jedes Mittel recht war, griff nun zurList und setzte sich, wie schon oben unter Gräfin Martha (No. 476)genauer erzählt, nach Vertreibung Philipps aus Alt-Leiningenin den alleinigen Besitz des Schlosses.
Philipp erwirkte einen kaiserlichen Befehl, kraft dessener in den Besitz des zum Glück unversehrt gebliebenen SchlossesAltleiningen gesetzt wurde, die Gräfin Martha aber nach ihremeigentlichen Wittwensitz Neuleiningen weichen musste 1 )
Die Grafschaft huldigte ihm, doch wurde, der vielenSchulden wegen, die Erbschaft nun cum beneficio inventarii an-getreten. Seinem Sohne Ludwig Eberhart wies er Oberbronnzu seinem Unterhalte an.
Die geschlossenen Verträge Philipps sind unter GrafJohann Casimir schon angegeben. Zu erwähnen ist noch, dassPhilipp mit seinem Neffen Johann Ludwig nach dem TodeJohann Casimirs zu Alt-Leiningen 16. Mai 1652 wegen der
') Knoch's Chronik, zu Philipp II.; J. G. Lehmann, Leininger Thal 1832,pag. 46 und 47.