Lippe sparsamer geworden, 1583 nach Alt-Leiningen zu seinemVater und entliess seinen Hofstaat. Da aber seine Stiefmutterherrschsüchtigen Charaeters war, dauerte die Einheit nichtlange und so zog Ludwig 1587 nach Oberbronn, wo er dasalte Schloss umbaute und längere Jahre residirte.
Nach dem Tode seines Vaters 1597 erbte er dessen Besitzund zog wieder nach Alt-Leiningen, nachdem er nach längerenschwierigen Verhandlungen die Witthumsansprüche seinerStiefmutter auf Neu-Leiningen durch einen Vertrag vom 4. Nov.
1597 befriedigt hatte, und diese dann nach Neu-Leiningen über-gesiedelt war.
Als 1597 mit Albr. Philipp die Westerburger Special-linie ausstarb, einigte er sich durch Vergleich vom 16. Sept.
1598 mit der Schaumburger Linie dahin, dass er derselbengegen Herausgabe von 6000 fl. Westerburg überliess, und dieseihm dagegen die Güter, Wälder pp. des ehemaligen KlostersHöningen übertrug. Die Schaumburger Linie übernahm zu-gleich die Westerburger Schuldentilgung und die Aussteuerungder 4 hinterlassenen Töchter der erloschenen Linie. Zugleichwurde in diesem, dem sogen.
„Friedberger Vertrage"von 1598 die früheren Erbfolgeverträge erneuert 1 ).
Auch Graf Ludwig wurde zu dem von Kaiser Rudolf II.wegen der Türlcennoth auf den 1. Dec. 1597 angesetzten Reichs-tage eingeladen 2 ). Am 3. Mai 1610 schloss Graf Ludwig inAlt-Leiningen mit Graf Phil. Jacob einen Vertrag bezüglichder Lehenleute, des Westerburger Hofs in Mainz und desZolls zu Caub und Boppart; ferner errichtete er zu Schaum-
') Oborbronnoi- Akten, Speyer, E. 4287, 5.) ..Accommodement de partagefait entre le oomto Louis de Linange-Reehicourt; Philippe Jacques et Rognauld,comtes de Linange-Westerbourg L'an 1598."
Heidelb. Univ.-Bibl.: Lehmanns Aktennachlass S. 30. No. 54.