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Die Irrungen Philipps I. wegen Höningen mit seinemNeffen Albrecht Philipp sind weiter unten unter Letzterem an-geführt.
Beim Passauer Vertrag 1552 und beim Augsburger Reli-gionsfrieden 1555, sowie auf den Reichstagen zu Augsburg1566 und Speyer 157U war Philipp zugegen und wirkte aufLetzteren thätig mit; am meisten sorgte er aber für die Lei-ninger Grafschaft, der er sich ganz widmete. Besonders bevor-zugte er Grünstadt, das unter seiner Pflege in der That sicht-lich aufblühte; von Kaiser Karl V. erwirkte er für Grünstadt1556 zu Brüssel 2 Jahrmärkte, wofür ihm die Gemeinde fürgehabte Unkosten 12 Fuder Wein übergab 1 ).
Die Schule hat 4 Perioden:
I. Die Schule zu Höningen 1573—1630
II. „ „ „ Grünstadt 1729-1794
III. ,, „ unter französischer Verwaltung 1794—1815, 1819.
IV. „ ,, unter Bayern, 1819 bis jetzt.
Philipp's I. Sohn Ludwig sorgte 1G22, dessen Söhne 1623 väterlich fürdie Schule; diese hatte Anfangs 2, später 3 CJassen, die im Sommer um 6, imWinter um 7, Hittags um 12 Uhr begannen und Vor- und Nachmittags je 3Stunden dauerten; unterrichtet wurde in: Latein und Griechisch, Rhetorik undDialektik, Aritmethik, Gesang und Musik. Die geringste Schülorzahl war 15, diehöchste 44. Am Meisten florirte sie 1621; nachdem die Spanier 1626 Höningenüberfallen? hatten, wurde die Schule verlassen und ging 1630 ein. Nach dem30jähri-cn Kriege und während der orleans'schen Kriege lag sie ganz darnieder;erst 1728 ordnete der„fromme"Graf Hormann dio Klosterfonds und errichtete dieSchule 1729 neu als Gymnasium zu Grünstadt, Ausser dem oben Genanntenwurde noch Hebräisch, Französisch, Geschichte und Geographie gelehrt. DieSchule blühte kräftig bis zur Revolution, wo sie 1794 und 1795 bis auf 11Schüler herabsank. 1863 wurde sie als ecole secondaire, 1811 nochmals reor-ganisirt. 1819 wurde sie als bayrisches Progymnasium wiederhergestellt. —Das Lehrerverzoichniss ist im Jahresbericht der Lateinschule Griinstadt 1880—81,S. 21, abgedruckt.
') Knoch, Westerb. Chronik, I. S. 71.