Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
Seite
138
Einzelbild herunterladen
 

Vergessenheit gerieth; fürwahr ein edler „Dank vom HauseOesterreich"! •

Nach seines Bruders Philipp Tode, 1523, wurde er alleinigerBesitzer und Regent der Grafschaft Leiningen-Westerburg.

Während des Bauernkrieges, in dem sein Gebiet schwereLeiden zu ertragen hatte, musste er, obwohl die LeiningerBauern unter seiner und seines guten Vaters Regierung nicht„zu sehr"beschwert worden waren, 1524 nach Heidelberg fliehen,da er ohne Beistand blieb, und konnte er es nicht hindern,dass die Burg Alt-Leiningen von den Bauern erstiegen undzerstört wurde. In wenigen Stunden war die stolze, alte Festenebst allem Hausrath, Kostbarkeiten, Vorräthen und dem werth-vollen Archiv in Flammen aufgegangen, welcher Schaden da-mals bereits auf die für jene Zeit bedeutende Summe von 40000fl. geschätzt wurde 1 ). Neu-Leiningen wurde, wie schon erwähnt,durch die Klugheit der beherzten Gräfin Eva (s. unter No. 437)bewahrt. Kuno w r ar nicht sofort in der Lage, die Burg wiederganz aufzubauen. Doch begann er wenigstens den Wieder-aufbau alsbald, was ein jetzt im Schloss zu Neu-Leiningen auf-bewahrter Wappenstein 2 ) mit der Jahreszahl 1528 beweist, der1889 in der Ruine bei Aufräumungsarbeiten im Schlosshof ge-funden wurde. Der Pfalzgraf von Simmern machte keine An-stalten zur Wiederherstellung seines Theils; dadurch glücktees aber Kuno, den Pfalzgrafen dahin zu bringen, dass er ihmdas Simmern'sche Viertheil an der Burg 1532 durch Vergleichals ein Erblehen überliess und so war denn Alt-Leiningenseitdem wieder vollständiges Eigenthum des Leiningen-Westerburgsclien Hauses. Mit dem Wiederaufbau hatte Kunozwar noch 1524 begonnen, doch war er 1543 noch nicht damitfertig.

0 Neu-Leiningen, Mitth. d. bist. Ver. d. Pfalz, XI. S. 88.

•) Derselbe war augenscheinlich ein Thürsturz, zeigt die LeiDingor 3 Adlerund noch einige Westerburger Kreuze, sowie die Zahl 1528.