Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
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Dem Grafen Roinhart I. folgten zufolge seiner Anordnungseine beiden Söhne Philipp und Kuno II.

Philipp, 438

Graf zu Leiningen-Westerburg, des heil. röm. Reichs Semperfrei.

Er war der jüngste Sohn erster Ehe Graf Reinliarts I.und geboren 9. April 1483; seine Mutter überlebte seine Ge-burt nur um 3 Stunden.

Er machte 1506 den kaiserlichen Romzug mit und wurdehierauf Kaiser Maximilians I. Rath und Truchsess, an dessenHofe er sich meist aufhielt; 1510 musste er für den KaiserMax bei den Reichsständen ein Darlehen zum Krieg erbitten,wurde von ihm in einer Angelegenheit der Grafen zum Haaggegen den Herzog in Bayern verwendet und 1512 zur Voll-ziehung der Reichsacht gegen Emich VIII. von Leiningen-Hartenburg befehligt. 1515 wurde er in Wien zum Ritter ge-schlagen; 1516 und 1519 warb er 200 Reiter für den Kaiserund zog 1519 mit seinem Kriegsvolk nach Mecheln; auchzeichnete er sich in den Kriegen gegen Venedig und dieTürken aus. Als ihm Emich VIII. von Leiningen-Hartenburgeine seiner Töchter zur Frau geben wollte, um in die Gemein-schaft zu Neu-Leiningen aufgenommen zu werden, lehnte Phi-lipp dies gleich seinem Vater ab. Nach des Letzteren Todetrat er 1522 mit seinem Halbbruder Kuno gemeinschaftlich dieRegierung an; doch starb er schon nach wenigen Monaten imJahre 1523 und zwar unverehelicht. Für sein Seelenheil hatteer den Geistlichen zu Neu-Leiningen ein Legat vermacht, mitdem Beding, dass, wenn die von ihm bestimmten Seelenämternicht richtig gehalten würden, es an seine Erben zurückfallensolle.

Bei der Wahl Kaiser Karls V. 1519 war er gleich seinemBruder Reinhart betheiligt; denn er erscheint in der VV alilkosten-