Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
Seite
133
Einzelbild herunterladen
 

Neu-Leiningen und lebte daselbst bis zu ihrem Tode, 1543;den Leininger Antheil der Burg hielt sie in vorzüglichem Zu-stande. Sie rettete im Bauernkriege, 1524, durch ihr eben soheldenmüthiges, als kluges Verhalten das Schloss Neu-Leiningenvor dem Schicksal der meisten Nachbarburgen, eingeäschertzu werden. Nachdem die Bauern Altleiningen verbrannt hatten,rückten zügellose Haufen auch nach Neu-Leiningen, und nahmenes leicht ein, da der Leininger Amtmann entflohen und dieBurg schlecht besetzt war. Schon hatten die Bauern in derStadt zu plündern begonnen, als Gräfin Eva die Tlxore öffnenliess, ihnen freundlich entgegentrat und sie durch ihre würde-volle Erscheinung (sie war damals 43 Jahre alt) und sanfteWorte zu bewegen wusste, von weiteren Gewaltthätigkeitenabzustehen. Die Gräfin machte die liebenswürdige Wirthin,liess herbeischaffen, was Küche und Keller leisten konnten undkredenzte den Bauern die Speisen und den Wein selbst; dieseliessen sich Alles gut schmecken und zogen dann, vergnügt obdieser Ehre, wieder ab. Neuleiningen war durch den Muthdieser beherzten Dame gerettet. — 1525 liess sie aus eigenenMitteln durch 50 Priester einen Gedächtnissgottesdienst fürihren Vater Reinhart I. und ihre Brüder Philipp, Johann undKuno halten 1 ). 1542 vermachte sie allen Armen, welche zuihrem Begräbniss kommen würden, 5 Malter Korn und VaFuder Wein; ausserdem bestimmte sie, dass 8 dieser Alanengekleidet werden sollten. Ihr mütterliches Erbe schrieb sieihres Bruders Kuno Frau als Witthum zu; alles Uebrige ver-machte sie Kuno und dessen ältesten Sohne, doch sollte allesSilber unter Kuno's sämmtliche Kinder gleich getheilt werden.Obwohl tief religiös, hasste sie doch den Aberglauben und alsdaher ihr Amtmann zu Neuleiningen ihr einst schrieb, dieHexen hätten ein schreckliches Hagel- und Donnerwetter in

') Knoch's Westerb. Chronik I. S. 64.