Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
Seite
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stigte Reinhart nur in so fern, als er ihm 1520 das Recht ver-lieh, in seinen Landen das Ohmgeld zu erheben 1 ); die Bürgerzu Westerburg sperrten sich zwar hiegegon, doch ohne Erfolg.

Seinen religiösen Sinn bekundete er dadurch, dass ermehrere Gotteshäuser aus eigenem Antriebe und eigenenMitteln erbaute, so 1490 die Liebfrauenkirche auf dem Reichen-scheid oder Baienstein und 1501 die Stiftskirche zu Gemünden.1513 gab er die Erbauung des Chors und der Sakristei derMartinskirche zu Grünstadt einem Frankfurter Steinmetzen inAccord, unter der Bedingung, dass dieser den Bau bis 1517vollende, wofür er 200 Goldgulden, 30 Malter Korn, 1 FuderWein und 3 72 Ellen Tuch bekommen solle 2 ). Kloster Glan-dern (Lungenfeld), dem die Kirche unterstand, verpflichtetesich, dem Grafen als Ersatz für die Baukosten auf 15 Jahreden Grünstadter Zehnt zu erlassen; 1520 wurde die Kircheeingeweiht.

1515 baute er auch an der Westerburger Stadtkirche, in derer einen Altar der heil. Maria stiftete; für die Liebfrauenkirchemachte er ein Legat von 18 Metzen Korn.

Graf Reinhart I. hatte sich Zeit seines Lebens als einhervorragender, tüchtiger und tliätiger Herr gezeigt, der seineKräfte redlich zum Wohl seines Landes und zum Besten seinesHauses verwandte; 1512 gab ihm, als er Vitzthum der Ober-pfalz war, die Stadt Nürnberg das Zeugniss, dass er „ein ver-ständige]-, redlicher, frommer und zum Frieden und Ehrbarkeitgeneigter Herr gewesen sei", und erbat ihn speziell Nürnberg,als es eine Irrung mit Kurpfalz hatte, zur Beilegung derselben 3 ).

Als er sein Ende herannahen sah, bestimmte er, dassseine Söhne Philipp und Kuno die Grafschaft gemeinsam ver-

') Knoch's Westerb. Chronik I. S. 54.

-) Grünstädter Pfarrbuck.

3 ) Knoch's Westerb. Chronik. I. S. 54.Brinckmeier, Leiningen.

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