Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
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Hagenau, 1518 nach Augsburg, 1521 nach Worms und Nürn-berg, wie er denn schon 1501 auf dem Reichslage zu Nürnbergdie Stelle des Grafen Adolph von Nassau vertreten hatte 1 ).

Ais Graf Emicli VIII. von Leiningen-Hartenburg 1512 indie Reichsacht erklärt worden war, übertrug der Kaiser demPfalzgrafen Ludwig VI., sowie dem Grafen Reinhart und dessenSohne Philipp, welch Letzterer sich bei dieser Achterklärungbesondeis interessirte und geschäftig zeigte, die Reichsexekution,und Kurpfalz sollte sogar diesen Beiden die von ihr ein-genommenen Leiningen-Hartenburgscheü Lande ausliefern;doch zog Reinhart die Ruhe und den Frieden mit seinemnächsten Nachbar vor und mischte sich nicht in diese Exe-kutionssache 5 ). ff'

Wenngleich Emich VIII. in dem mit Kurpfalz am 1. Aug.1506 abgeschlossenen Vertrag ausdrücklich auf die Verlassen-schaft des Landgrafen Hesso zu Leiningen verzichtet hatte,, sokonnte er und seine Nachkommen den Verlust der ihnen dochrechtlich gar nicht zustehenden Erbschaft, insbesondere denVerlust des wichtigen Stützpunkts Neu-Leiningen nicht ver-schmerzen; da sich Emich im gen. Vertrage vorbehalten hatte,sich mit Leiningen-Westerburg und Worms selbst noch zubenehmen, so wurde dies das Fundament, auf dem sich 100Jahre später 1615 und 1618 der kostspielige und langwierigesog. Leininger Dignitäten- und Anspruclisprocess aufbaute.

Ein grosser Schmerz wurde dem Grafen Reinhart durchdie Gefangennahme seines Sohnes Kuno bereitet, der in kaiser-lichem Kriegsdienst in venetianische Hände gerathen war und8 Jahre gefangen blieb; da von Seiten des Kaisets nichts zudessen Auslösung geschah, so musste Reinhart zur RettungKuno's sein Land mit Schulden belasten. Der Kaiser begün-

'1 Datt, de Paoe publica, p. 229.

2 ) Knoch's Westerb. Chronik. I. S. 53.