— 123 —
August 1505"), die 1481 von Leiningen erworbenen Orte,Grünstadt (womit Reinhart vor 1481 schon vom Stift Wcissen-burg belehnt worden war; die vollständige Belehnung damiterlangte er von Letzterem 1515), Asselheim, Sausenheim,Kirchheim, Obrigheim, Albsheim und Bissersheim käuflichfür die vorgeschossene Summe von 8000 Goldgulden aufimmer an Reinhart I. zu erb und eigen. So gelangte GrafReinhart nicht nur wieder zu der veräusserten Hälfte seinerGrafschaft, sondern bekam auch die Hälfte der damals be-deutenden Stadt und Festung Neuleiningen (die and're Hälftewar bischöflich wormsisch), und nach seines Bruders KunoTode fiel ihm auch noch der vierte Theil von Altleiningenwieder zu, den er diesem gegen das Versprechen Kuno's sichnicht zu verehelichen, überlassen hatte. Diesen, seinen Bruder,scheint er sehr geliebt zu haben; er hatte ihm 1489 ausserV4 an Altleiningen nicht nur seine links rheinischen Gütergegeben, sondern ordnete auch an, dass er selbst nach seinenTode neben Kuno beerdigt sein wolle, was denn auch ge-schehen ist.
Graf Reinhart, dem die Hebung und Erweiterung desSchwesterhauses vom St. Wilhelmsorden zu Vachungen ebenso am Herzen lag, wie seinem verstorbenen Bruder Kuno,wandte sich an Papst Paul II. mit der Vorstellung, dass vorZeiten die Herren v. Westerburg dieses, der Regel des heil.Benedictus folgende Haus gestiftet; dasselbe habe jetzt einePriorin und 9 Schwestern, diese hätten aber in Ermangelungeiner eigenen Kirche, am Gottesdienste durch ein Fenster derihrem Hause anstossenden St. Georgskapelle thoilnehmenmüssen, bis ihnen Graf Kuno und seine Gemahlin diese Capelleschenkten. Er bäte nun, diese Schenkung zu bestätigen und
') Die Urkunde und deren Bestätigung ist in einem Kapitel Urkunden desMünchener Reichsarchivs, die Grafschaft Leiningen betreffend.