Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
Seite
119
Einzelbild herunterladen
 

- 119 —

1472 war mit dem Leiningen-Hart enburger Hause einekleineControverse vorgekommen, dieindesskeine weiteren Folgenhatte. Ein gewisser Helfrich benachrichtigt den GrafenEmich VII., der Pfalzgraf und der Herr v. Westerburg hätten ihrenMannen geschrieben, „auf den Dornstag nach S. Erhartstag" nachGrünstadt zu gehen, um dem Hauptgerichte daselbst Weisungzu geben, wie das Urtheil gesprochen werden solle. Dies seieine Neuerung „dae daz geriecht hat allwegen als langejemandt verdencken mag, ir urtheil zu Nuewen Lyningen vonder Herrschafft vnd jren mennen geholt 1 )/'

In seiner Herrschaft Schaumburg baute er die gleich-namige Burg neu, wie denn während seiner Regierung auchdas „Neuhaus" zu Westerburg, und je ein Haus zu Schadeck,Montabaur, Limburg und Mainz errichtet wurden 2 ).

Als Graf Reinhart das 21. Jahr erreicht und die Regierungangetreten hatte, wurde ihm die bisherige kurpfälzische Ge-meinschaft lästig; er veranlasste daher 1481 eine Landes-theilung 8 ), wodurch ihm Altleiningen mit den dazu gehörigenOrtschaften und mit voller Landeshoheit unter vorbehaltenemkurpfälzischem Schutze zugefallen, wogegen er auf den andernTheil verzichtete; doch blieb das Schloss Neuleiningen mitdazugehörigen Weissenburg'schen Lehen noch Beiden gemein-sam, wobei es denn auch Leiningen-Hartenburg, welches esbesonders auf Neuleiningen abgesehen hatte, bis 1505 be-wenden liess.

Mit Runckel stand Graf Reinhart wegen des EmmericherZehnten, der Lahnbrücke, der Gemeinschaft Wenigen-Vilmarund Anderem von 1481 bis .1489 in beständiger Fehde, worin

') „San Steffanstag 1472." Original im fürstl. Leiningenschen Gfeh.-Archiv.

2 ) Verzeichniss der Gräfin Ottilie zu Lein.-Westertrarg von 1588. DieHäuser zu Montabaur und Limburg wurden später 1588 verbrannt.

3 ) Knochs Westerburger Chronik, I. S. 48.