last, so dass der durch die Vermählung Reinharts mit derGräfin Margaretha von Leiningen hervorgerufene Anfall einesgrossen Theils der Grafschaft Leiningen 1 ) sehr gelegen kam.
Trotz der vielen Fehden und Streitigkeiten war übrigensReinhart für seine Unterthanen ein freundlicher, für ihr Bestessorgender Herr?-Als 1448 die Stadt Westerburg ganz abbrannte,schenkte er den Bürgern auf 14 Jahre hinaus das Ungeld undgewährte ihnen willig den kräftigsten Beistand, um ihnenwieder aufzuhelfen. Von seinem religiösen Sinne zeugt, dasser da, wo Kirchen fehlten, solche neu für die Gemeinden er-baute und diese reich begabte. In der Capelle der Westerburgstiftete er im Verein mit seiner 2. Gattin Margarethe sowohl1448 eine Frühmesse, als auch noch in seinem letzten Lebens-jahre 1449 zu Ehren der heil. Jungfrau, des heil. Sebastian,Antonius und Hieronymus, der 10U00 Märtyrer und des leben-digen Heilandes einen Altur, den er mit Gütern reichlich aus-stattete 2 ). Auch erbaute er mit seiner Gattin Margarethe dieStadtkirche zu Westerburg 3 ), die heute noch steht; die imChorfenster derselben gewesenen 2 Wappen Westerburg undLeiningen befinden sich jetzt im Erker des Speisesaals derBurg. Durch diese Stiftungen machte er auch seine Unter-thanen von dem Drucklder Gemündener Geistlichen unabhängig,da jene nun in Westerburg selbst ihren Gottesdienst abhaltenkonnten.
Reinhart III. starb am 22. December 1449, 61 Jahre altim 28. Jahre seiner Regierung.
Vermählt war derselbe zweimal. Da die Fortpflanzungdes Westerburger Stammes auf Reinhart allein stand, so ver-
') Von dorn nachher die Rede sein wird.
2 ) Knoch's "Westerburger Chronik I. S. 42 u. Lehmann, Lyn. von Wosterb.
S. 105.
3 ) Ebenda.