— 103 —
gefangen, so dass nur weniger entkamen. Nun baten - dieNassauer um Frieden, und Reinhart war denn auch nicht ab-geneigt, nur liess er sich nicht eher auf Unterhandlungen ein,als bis der Zoll zu St, Goar ihm ganz frei zugestellt wordenwar, worauf dann 1423 die Aussöhnung erfolgte.
Kaum war diese Fehde mit Nassau-Katzenelnbogen be-endet, als, besonders wegen Cleeberg, Irrungen mit Nassau-Saarbrücken eintraten. Zwar hatte die Uneinigkeit schonlange bestanden, doch kam sie erst gegen .1432 völlig zumAusbruch, so dass Reinhart III. mit dem Grafen Johann vonNassau-Vianden, mit seinem Schwager, dem Grafen Friedrichvon Leiningen, sowie mit Gottfried und Eberhard von Eppsteinsich verbündete und mit ihnen folgendes festsetzte: Ihresämmtlichen Amtleute miissten ebenfalls Feinde gegen Nassau-Saarbrücken sein und alles Eroberte sollte in gleiche Theilegetheilt werden. Nun wurden die Nassau-Saarbriieker so indie Enge getrieben, dass sie 1433 um Waffenruhe baten,"; dergleich darauf ein Vergleich folgte 1 ).
Vorher schon, mitten zwischen den beiden Fehden, hatteReinhart einen Streit mit den Isenburgern und Cronbergernwelcher aber 1428 durch einen Vertrag beendet wurde. Ausser-dem verpflichtete sich sein Schwager, Johann von Wied,und Isenburg, 1429, ihn jederzeit gegen seine Feinde beizu-stehen 2 ).
In grosse Feindschaft gerieth er 1433 ebenfalls mit demHerzoge von Cleve. Dieser fordorte ihn auf, zu seinem Bei-stande mit seinen Reisigen in Blankenburg einzutreffen. Daaber Reinhart III. von seines Vaters Zeiten her, wegen derschweren Clever Niederlage, noch beträchtliche Forderungen
') Knochs Westerb. Chronik, I. S. 39.
-) Lehmann, D. v. W., Beil. No. 82, S. 240. Original im Archiv desGrafen K. E. zu Lein.-Westerburg.