423 Rein hart III.
Semperfreier Herr zu Westerburg und Schaumburg.
Geboren am 13. Jan. 1388 1 ), wurde er seiner Corpulenzwegen der „Fette" genannt, nahm schon früh an allen Kriegs-zügen seines Vaters theil und war genöthigtf die Fehden auchnach dem Tode desselben fortzusetzen, so dass er sich fastbeständig auf Kriegszügen befand und sich dadurch in Schuldenstürzte, zu deren Tilgung er manche seiner Güter verpfändenmusste.
Schon jahrelang hatte sein Vater wegen des Zolles zuSt. Goar mit Nassau im Streite gelegen, der zwar 1421 bei-gelegt wurde. Aber die Nassauer hielten den Vertrag nicht;sie fielen gleich nach Reinhart's II. Tode in das scliaumburgerund westerburger Gebiet ein; hausten auf eine unerhörte Weisedarin und kehrten sich an keinen Burgfrieden, so dass Rein-hart III. sogleich mit Krieg und Nothwelir beginnen musste.Im Jahre 1422 erstürmten die Nassauer die Weltersburg, undhoben den dortigen Burgvogt Ludwig von Ottenstein, auf.Nun aber eroberte Reinhart die Weltersburg 1423 5 ) wiederzurück, und erschlug theils die Nassauer, theils nahm er sie
') Nach dem Leiningen-Westerburger Salbuch im Archiv zu Darmstadt undnach Ivnoch's "Westerburger Chronik.
-) Nach dem „Verzeichnuss der Gräfin Ottilie", und nach der eben ange-führten Chronik,